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Alpinmesse Innsbruck (Teil 2) – Flow: Warum Biken glücklich macht

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Harald Philipp – Keine Heldengeschichte. Eigentlich hat er kein Talent zum Mountainbiken. Eigentlich hat er Höhenangst. Und eigentlich war er früher immer der Angsthase in seiner Bikergruppe. Heute fährt er im hochalpinen Gelände Klettersteige mit dem Bike runter. Harald Philipp ist ein Mountainbiker, bei dem das Gewinnen von Wettkämpfen keine Rolle spielt, sondern das, was das Fahrrad mit ihm macht: Emotionen. Ziel für ihn war nie, der Beste zu sein, sondern gemeinschaftlich das Jetzt zu erleben.

 

Flow – was ist das?

Flow ist ein Bewusstseinszustand, der „richtig geil“ ist. Der Begriff ist unter Mountainbiker schon länger bekannt und beschreibt das Gefühl, sich eins zu fühlen mit seiner Umgebung, den Kopf vollkommen frei hat und völlig lässig den Moment genießt. Um einen solchen Zustand zu erreichen, müssen drei Faktoren zusammenwirken: Motivation, sich zu 100% dem hinzugeben, was man tut; die Herausforderung, an seine Grenzen zu gehen; und die persönlichen Fähigkeiten, die man dazu nutzt.

 

Wie erreiche ich den Flow-Zustand?

Emotionen zu beschreiben, ist ja generell schwierig; Harald nutzte eine riesige Seifenblase als Metapher, um den Zuhörern zu verdeutlichen, dass dies ihre Komfortzone ist. Wenn man versucht, die Seifenblase zu vergrößern, stößt man an seine persönlichen Grenzen. Harald hat sich oft gefragt: „Ist das noch möglich für mich? Ist der Trail, den ich vor mir sehe, noch fahrbar?“ Von Neugier gepackt versucht man, über sich hinauszugehen. In diesem Zustand kann man einen Flow erreichen, wenn man dem „Reiz des Risikos“ folgt.

 

Macht uns ein Flow-Zustand wieder zum Kind?

Harald braucht teilweise zwei Stunden auf dem Bike, bevor er anfängt, die Natur und die Trails komplett zu genießen. Warum ist das so – warum können wir nicht einfach auf Knopfdruck abschalten? Wir nennen es Stress. Im Alltag wollen wir immer mehr auf einmal, machen deswegen Dinge nicht zu 100%. Als Kinder haben wir Flow-Zustände ständig erlebt. Denkt mal zurück, wie ihr die Welt um euch herum vergessen habt, weil ihr so glücklich wart beim Spielen. Am Ende seines wirklich faszinierenden Vortrags unterstrich Harald noch wie wichtig es sei, sich einer Sache mit Liebe hinzugeben, um so aus dem alltäglichen Rattenrad herauszukommen und einen Flow-Zustand zu erreichen.

 

Bilder: Bianca Brodbeck, Manfred Stromberg

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