Pizzatest: Wer liefert Innsbrucks beste Margharita?

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„Nein, wir liefern leider nicht, aber gerne zum Abholen“ – wer seine Pizza in Innsbruck gerne vor die Haustüre hätte, steht vor einem schwierigen Unterfangen, besonders wenn man allein isst. Im Dschungel der Pizzaläden liefern die Einen überhaupt nicht, die Anderen erst ab mindestens drei Pizzen oder mit hohen Liefergebühren. Wir haben uns dennoch durchtelefoniert und trotz niedrigen Erwartungen aus sechs getesteten Margheritas am Ende eine richtig gute Pizza bekommen.

 


Il Campo: Die Durchschnittliche

Bereits zwanzig Minuten nach dem Telefonat mit Il Campo klingelt der Lieferant bei uns – anstatt der vorhergesagten halben Stunde. Leider bleibt das die einzige positive Überraschung. Die Pizza stellt sich als Traum für jeden Tomatenhasser heraus; der Käse dominiert im Geschmack. Zwar ist der Teig dünn, aber nicht knusprig, sondern labbrig. Trotz der kurzen Lieferzeit ist die optisch eher lieblos aussehende Pizza schon ziemlich ausgekühlt. Preislich ist sie eher billig (6,40 €) oder wäre es zumindest, wäre da nicht die Liefergebühr von 3,50 €, die erst ab einem Bestellwert von 15 € wegfällt.

Trotz allem unsere Bewertung: 3/5.

 

Kaiserstube: Die Quereinsteigerin

Jeder kennt die Kaiserstube oder ist zumindest schon oft an ihr vorbeigelaufen. Aber wer würde auf die Idee kommen, statt Schweinsbraten dort eine Pizza zu bestellen? Wir haben es getan. Am Telefon wird uns bereits eine Stunde Lieferdauer prophezeit. Die Kaiserstubenmargharita ist knuspriger als die beiden ersten Pizzen und schmeckt etwas süßlich. Wir vermuten, dass bei den passierten Tomaten vielleicht Ketchup im Spiel war. Zum ersten Mal sehen wir zusätzlich zum Pizzakäse Mozzarella auf unserer Pizza, was sowohl zum Geschmack als auch zur Optik positiv beiträgt. Eine weitere Besonderheit: Der Pizzakarton wird in einer Alufolie verpackt, um die Pizza warm zu halten. Gute Idee! Leider ist die Pizza mit 7,90 € eher teuer und auch nicht allzu groß, hinzu kommen 3€ Liefergebühr.

Unsere Bewertung: Durchschnittliche 3/5 Punkte.

Pizza Mann: Die Amerikanerin

Obwohl Pizza Mann im Vorfeld von allen Seiten verschrien wurde, haben wir uns entschlossen, auch der Kette eine Chance zu geben. Der Pizzamann eilt für uns durch Nacht und Wind und nach unschlagbaren 20 min (statt 30-40) klingelt es bereits. Wie erwartet haben wir diesmal ein Geschmackserlebnis der etwas anderen Art. So erinnert das ganze eher an eine amerikanische Interpretation von Pizza: Dicker Teig, viel Käse und vor allem Fett. Keine Spur vom auf der Website versprochenen 100% Mozzarella. Mit Gries vermischt ist der Teig zwar knusprig, aber dadurch noch etwas deftiger. Die Pizza hat einen richtigen Rand, ist schön angebrutzelt, doch ist geschmacklich einfach nicht das, was Pizza sein sollte. Von Tomaten und Oregano fehlt jede Spur. Mit der „dicken Margherita“ und einem Eistee erreichen wir den Mindestbestellwert von 12€, davon 2,50 Liefergebühr. Alles in Allem macht die schnelle Lieferzeit den Geschmack auch nicht wett.

Unsere Gesamtwertung: 2/5 Punkte.

Pisa: Ganz Gut

Als es nach einer halben Stunde an der Tür klingelt, statt bis zu einer Stunde Lieferzeit, sind wir erleichtert. Schon kann die nächste Runde unserer freudigen Verkosterei eingeläutet werden. Die Pizza macht einen nicht allzu schlechten ersten Eindruck; der Teig nicht zu dünn und nicht zu dick, rundherum ein schöner Rand und auch der mit Oregano bestreuselte Belag lässt Gutes erhoffen. Trotzdem wollen wir der „schönen Margherita“ genau auf den Zahn fühlen. Unserer Meinung nach ist schließlich der Teig zu labbrig. Auch bei dieser Pizza wird leider am falschen Ende gespart und kein hochwertiger Käse verwendet. Leider fehlte uns auch hier die tomatige Note und es schmeckt irgendwie, als hätte der Bäcker vorher eine Pizza mit Sardellen belegt. Da wir einen Mindestlieferpreis von 15€ erreichen müssen, kommen noch eine Cola und eine Diavolo dazu. 15,20€ finden wir dafür dann echt in Ordnung.

Schlussendlich bekam die schöne Margherita von uns eine durchschnittliche 3/5.

Pizza Call: Die Silbermedaille

Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, den Sieger des letzten Zeitlos-Tests noch einmal ins Rennen zu schicken. Der Belag ist geschmacklich ganz gut und der Oregano besser auf die ganze Pizza verteilt. Auch optisch ist Pizza Call ansprechender und diejenigen unter uns, die es lieben, wenn der Teig Blasen wirft, kommen hier auf ihren Geschmack. Leider ist auch hier der Teig nicht knusprig, dadurch rutscht der Belag leicht herunter. Für einen Preis von insgesamt 8,40 € (Pizza 6,90 € + Liefergebühr 1,50 €) sind wir mit dem Testsieger von letztem Mal recht zufrieden.

Unsere Bewertung: 4/5, mit noch etwas Potenzial nach oben.


Nemati’s: Die Siegerin des Abends

Nemati’s war uns allen bis dahin noch nicht wirklich bekannt. Die Lieferzeit von 33 min. finden wir total in Ordnung. Der Teig ist im Vergleich zwar schön dünn, wirkt jedoch noch nicht richtig aufgegangen. Geschmacklich schneidet diese Margherita aber sehr gut ab: Die Pizza hat eine schön tomatige Note und auch der Käse ist dieses Mal richtig lecker. Durch den Oregano wird das Geschmackserlebnis dann noch abgerundet. Was wir bei dieser Pizza allerdings vermissen, ist ein knuspriger Rand und Pizzablasen. Preislich liegen wir bei 10,60€, davon 3,80 € Liefergebühr. Die Gebühr finden wir zwar recht hoch, es ist aber auch anzumerken, dass es ohne Mindestlieferpreis ohne weiters möglich war, nur eine Pizza zu bestellen.

Unsere Bewertung, da die Nemati’s Pizza im Vergleich zu den anderen Lieferservices einfach weitaus am besten schmeckte: 4/5 Punkte.

 

Tester: Elfriede Hirsch, Kilian Standhartinger & Barbara Pickel

Text und Fotos: Kilian Standhartinger & Barbara Pickel

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