Hinaus aus Innsbruck – So wanderst du richtig

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Die Sonne scheint, die Tage werden wärmer und die Ski und Snowboards werden wieder in den Keller geräumt, um sie gegen Bergschuhe und Wanderrucksack auszutauschen. Genau die richtige Zeit, sich über sein Verhalten auf dem Berg Gedanken zu machen. 7 Tipps, um euch die nächste Wandertour zu erleichtern:


1. Richtiges Schuhwerk (und Ausrüstung). Die wohl erste Anschaffung, die du als frischer Student in Innsbruck tätigen solltest, sind geeignete Bergschuhe. Wasserabweisende, knöchelhohe Schuhe mit rutschfester Sohle sorgen für eine verbesserte Trittsicherheit und Entlastung des Körpers. Neben Schuhen benötigst du auch ausreichend Wasser (wird leider viel zu oft unterschätzt), einen Regen- und Sonnenschutz und, je nach Länge der Tour, ausreichend Proviant. Erste-Hilfe-Set, Taschenlampe, Rettungsdecke oder eventuell sogar ein Biwaksack gehören ebenfalls in deinen Rucksack. Im Idealfall hast du sogar eine Packliste parat.

Auf in den KampfDiese drei Burschen sind für alle Eventualitäten ausgestattet.

2. Planung ist alles. Deine Wandergruppe ist nur so stark wie das schwächste Glied. Nimm also bereits bei der Planung auf die Schwächeren Rücksicht und passe die Route an ihr Können an. Berücksichtige die Wettervorhersage und die Sonnenuntergangszeit sowie die eigene Gesundheit und plane auf jeden Fall einen Zeitpuffer ein.

Lagebesprechung bei der neuen Magdeburger HütteHeftiges Gestikulieren und Augen-verschließen gehört bei einer guten Planung dazu.

3. Bleib auf den markierten Wegen. Die Abkürzung durch unwegsames Gelände kann zwar schneller sein, aber ist durch die erhöhte Gefahr von Orientierungsverlust, Steinschlag oder Absturz umso gefährlicher. Nicht umsonst gibt es Organisationen, wie den Alpenverein, die die markierten Wege mit viel Zeit und Aufwand warten, um ein sicheres Begehen zu ermöglichen.

Erstes Tagesstrecke Richtung KarwendelDie rote Markierung führt von Innsbruck zum Solstein.

4. Mach mal langsam. Viel zu oft überschätzt man sich bereits am Anfang der Wanderung. Die erste halbe Stunde sollte dazu dienen deinen Körper auf die Anstrengungen vorzubereiten und ihn hochzufahren. Also langsam starten! Während der Tour gilt: Ausreichend Pausen zum Ausruhen, Trinken und Essen einlegen, um die Konzentration sowie Leistungsfähigkeit des Körpers nicht zu überstrapazieren.

PauseAusruhen auf der Alm. Hier mit Bier und Gulasch.

5. Kein Müll am Berg! Dass du deine Zigarettenstummel und Verpackungsreste mit nach unten nimmst, sollte eigentlich klar sein. Aber was ist mit Bananen- und Eierschalen oder Apfelputzen? Apfelputzen verrotten relativ schnell oder werden von Tieren gegessen. Bei Bananenschalen schaut es da schon anders aus: Durch die kalten, für sie eigentlich nicht natürlichen Temperaturen, brauchen sie eine gefühlte Ewigkeit zum Verrotten. Und außerdem: Will ich wirklich am Gipfelkreuz Eierschalen, Apfelputzen oder sonstigen Müll sehen? Wohl eher nicht. Mal davon abgesehen, dass die Müllentsorgung außerhalb von vorgesehenen Mülltonnen sogar strafbar wäre.

Müll am Berg by Mareth HosemannIn diesem Wald wachsen Dosen statt Pilze.

6. Eine Alm ist kein Streichelzoo. Im letzten Wanderjahr kam es leider immer wieder zu Zwischenfällen mit Weidetieren. Im Normalfall passiert nichts und die Tiere laufen bei Gefahr davon. Wenn aber die Tiere keine andere Option mehr haben, als sich zu wehren, ist äußerste Vorsicht geboten. Um eine solche Situation zu vermeiden, sollte ein Sicherheitsabstand zur Herde gehalten, Lärm und hektische Bewegungen vermieden und die vorhandenen Weidegatter immer geschlossen werden. Hunde sind an der Leine zu führen, außer eine unmittelbare Gefahr steht bevor. Weitere Tipps zum Umgang mit Weidetieren findet ihr hier.

Eine Alm ist kein StreichelzooAchtung: Dieser unscheinbare Hund könnte jederzeit zur wilden Bestie werden.

7. Sei für den Notfall gewappnet. Sag jemanden Bescheid wohin du unterwegs bist und wann du ungefähr zurückkommen willst. Trage dich ins Gipfelbuch ein und schreibe eure Abgangsroute rein. So kannst du im Notfall leichter gefunden werden. Sollte wirklich etwas passieren: Hilfe holen! Im Idealfall hat das Handy noch Netz und du erreichst die Notfallnummer des Österreichischen Bergrettungsdienstes 140 oder die europaweite Notrufnummer 112. Falls kein Netz vorhanden ist, kannst du mit Hilfe des alpinen Notsignals auf dich aufmerksam machen: Alle 10 Sekunden ein akustisches oder optisches Zeichen (Rufen, Licht …) für eine Minute von dir geben, eine Minute Pause machen und den Vorgang so lange wiederholen bis Hilfe da ist.

Biwak HütteBiwak-Notschlafstelle an der Rumer Spitze.

Tourentipps für eure nächste Wanderung findet ihr übrigens in unserer aktuellen Printausgabe. Wo wir gerade am verteilen sind oder du sie dir holen kannst, erfährst du auf unserer Facebookseite!

Fotos: Tobias Pircher (6), „Längst ausgetrunken“ von Maret Hosemann (1) via Flickr unter CC 2.0 und Google Earth (1)

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