Besser, Steiler, Höher

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Warum bleiben tausende Bergsportliebhaber bei 20° und strahlendem Sonnenschein freiwillig im Tal? Es muss wohl wieder Messezeit in Innsbruck sein. Denn nach zehn Jahren war die Alpinmesse in Innsbruck auch vergangenes Wochenende wieder ein Meilenstein am Ende des Bergsportjahres.

Gewohnt umfasste die Messe die volle Breite der Bergsportszene. Knapp 190 Aussteller aus den verschiedensten Disziplinen und aller Herren Länder präsentierten alles, was das Sportlerherz höher schlagen lässt. Von LVS-Geräten, Schneeschuhen und Eispickeln, über Infos zum Paragleitschein und Heliskiing in Lake Louis – mehr Spaß kriegt man für sein Geld wahrscheinlich nirgendwo.
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„Ich fahre eigentlich hauptsächlich Schi, aber bei der Vielfalt hier möchte man am liebsten alles
ausprobieren“, so eine junge Besucherin.  Und sie war mit Sicherheit nicht die einzige, die neugierig auf mehr geworden ist. Neben dem neuesten Material und individueller Beratung konnte man sich auch als Neuling an der Slackline oder an der Kletterwand versuchen. Für Ambitionierte fanden sich wenige Meter weiter die ersten Vorbilder, die Spitze der österreichischen Kletterjugend bei der BlocAlpin. Um sich von dem Messetrubel zu erholen, gab es abschließend eine kostenlose Nackenmassage.

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Doch das Hauptanliegen des Veranstalters, dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit, sind nicht primär neue Ausrüstungstrends, sondern vielmehr die Vermittlung von Verantwortungsbewusstsein im Sport. Parallel zur Messe fand also das Alpinforum statt, das Professionals und Wissenschaftler aus der Szene zu Vorträgen und Diskussionen versammelte, darunter u.a. DI Dr. Dieter Stöhr von der Abteilung Forst des Landes Tirol und Dr. Jürg Schweizer, Leiter der Forschungsabteilung Lawinen  und Prävention des SLF (Schweizer Schnee- und Lawinenforschung). Darüber hinaus konnten mehrere hundert Plätze in Lawinensicherheitskursen und anderen Workshops, großteils kostenlos, ergattert werden.

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Dass der Alpinismus zum Massentrend geworden ist, war auf der Alpinmesse wieder sichtbar. Allein am ersten Ausstellungstag lockte die Messe laut Veranstalter über 7000 Bergsportaffine nach Innsbruck, und neben allen deutschen Dialekten waren auch Italienisch, Französisch oder Englisch zu vernehmen: Die Messe sucht europaweit ihres gleichen, und das nicht nur in Hinblick auf Technologie und Ausrüstung, sondern auch als Vernetzungsplattform. Die nächste Messe wird vom 29.-30. Oktober 2016 stattfinden.

Fotos: Lorenz Zenleser

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