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Pack die Badehose ein, nimm dein Turnbeutelein und dann nix wie auf zu Bonanza!

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Samstag Früh. Mit Mühe und Not und vermutlich großen Augenringen quäle ich mich aus meinem Bett. In meinem Zimmer herrschen gefühlte 40°C. Heiße Sommernächte, man liebt sie oder man hasst sie. Ich zähle eher zu den letzteren Personen. Doch heute spornt mich etwas ganz Besonderes an, trotz der eher kurzen und sehr warmen Nacht, mit guter Laune aufzustehen. Das lang ersehnte Bonanza Openair steht an. Also Fenster auf, die kalte Morgenluft genießen und erst mal nen Kaffee.

[Ursprünglich war dieser Artikel mit jeder Menge toller Bilder geplant, doch leider hat die Müller Drogerie unsere Analogfilme verlegt oder verloren – danke dafür!]

Nach einem ausgiebigen Frühstück, schnappe ich mich mir meinen Mitbewohner und wir beschließen, uns erst mal noch eine Runde abzukühlen, bevor wir zum Festival starten. Am beliebten Innsbrucker Baggersee angekommen, werden wir bereits mit wohltuenden Klängen empfangen. Kurz einen Sprung ins Wasser und dann passiert es doch tatsächlich. Der, meinerseits lang ersehnte, Regen mit etwas Abkühlung tritt ein. Auf der Liegewiese bricht regelrechte Panik aus, alles wird hektisch zusammengeräumt. Nur ein paar wenige Menschen, darunter mein Mitbewohner und ich, bleiben ruhig auf der Wiese und den Bänken sitzen und genießen das kühle Nass von oben.

Erfrischt und fröhlich führen wir, nach dieser kleinen Abkühlung, unsere Reise zum Bonanza Festival fort. Die Frage, wo wir eigentlich hinmüssen, erübrigt sich relativ schnell. Einfach immer der Musik und den fröhlich gestimmten Menschen nach. Unsere Reise wird jetzt doch nochmal kurz unterbrochen, da uns ein plötzlicher Platzregen, mit recht heftigem Gewitter, zum freudigen Meet & Greet unter einem Baum mit anderen Festivalbesuchern, zwingt. Die Stimmung ist dennoch bei allen gut und es wird schon heftig diskutiert, wie das Gelände wohl dieses Jahr aussehen wird. Man hat ja doch einiges im Vorfeld gehört, von einem neuen Dekorationskonzept und auch die neue Location klingt sehr interessant. Mir, als bekennende Golfspielerin, wirkt es doch zunächst etwas befremdlich, ein Festival auf der (heiligen) Driving Range abzuhalten. Doch ich lass mich gerne überraschen.

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Der Regen wird weniger, wir verabschieden uns von unseren neuen Bekanntschaften und folgen weiter der Musik. Die Klänge werden immer lauter und plötzlich sind wir mitten drin. Empfangen werden wir von gut gelaunten, tanzenden Menschen, passender Musik und einem Geruch, der mir vom Golfplatz bisher eher unbekannt war. Wir schauen uns um und bemerken einige Objekte, die eher an eine Kunstveranstaltung erinnern. Da gibt es bunt bemalte Boxen und Häuschen, hübsch verzierte Holzbetten, ganz schön viele alte Lautsprecherboxen, sowie einige Ghettoblaster und ein Holzgestell, welches, meines Erachtens nach, an eine architektonische Meisterleistung grenzt. Auch ans Wohlbefinden der Festivalbesucher wird natürlich gedacht. Zur Abkühlung wird gratis Wasser ausgeschenkt und die Rasensprenger, welche normalerweise zur Bewässerung der Driving Range dienen, werden kurzerhand zur Erfrischungsdusche umfunktioniert.

Nach einigen Tanzeinlagen, der Begutachtung und Erforschung der Kunstobjekte und der Begrüßung zahlreicher bekannter Gesichter, melden sich langsam mein Magen zu Wort. Also los geht’s zur Erkundung des Essensangebots. Wir finden fast alles was das Studentenherz begehrt, Burritos, Bagels, Brottaschen und auch süße Köstlichkeiten. Auch das passende Erfrischungsgetränk darf natürlich nicht fehlen. Auch hier wird uns eine große Auswahl geboten, auch wenn die Wartezeiten an so mancher Bar eher an die Korrekturzeit von so manchem Lektor erinnert. Anyways, schlussendlich sitzen wir mit gutem Essen und Erfrischungsgetränk im Gras und lauschen den Klängen in der „GRUBE“. Der anschließende notgedrungene Gang zur Toilette erinnert mich, naja, wie soll es anders sein, eben an ein Festival. Hierzu möchte ich noch anmerken, was ich bis heute nicht verstanden habe, wie findet manches Zweigespannt denn überhaupt auf so engem Raum Platz, diverse Bewegungen mal ganz außer acht gelassen?

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Wohl genährt und erleichtert widmen wir uns anschließend wieder der ausgiebigen Tanzerei. So geht der Tag dahin, die Sonne geht langsam unter und am Horizont erscheint nun ein wahnsinnig schönes und in rot getauchtes Panorama. Nun steht es endgültig fest, auch wenn ich es immer noch etwas komische finde, dort zu tanzen, wo normalerweise Golfbälle liegen würden, die Location überzeugt mich. Die Menge an Menschen ist regelrecht überwältigend. Auch, wenn das die Wartezeit an Bars und Essensständen etwas in die Länge zieht, find ich es toll, dass sich so viele Leute für gute Musik und eine coole Veranstaltung begeistern.

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Am Ende des Tages, als es schon dunkel ist und wir uns langsam auf den Heimweg machen bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen: Danke Bonanza. Danke für gute Musik, tolle Menschen, eine coole Location und dafür, dass ihr so etwas in Innsbruck möglich macht. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr.

Fotos: DieZeitlos

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