Rock in Vienna – urleiwande Premiere

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Bis 23:00 Uhr beschallte Kiss am Samstag ganz Wien und sorgte für einen schillernden Abschluss des ersten Rock in Vienna Festivals. Rund 80.000 Menschen zog es von 04. bis 06. Juni zum Rocken auf die Donauinsel. Die Premiere des Festivals ist geglückt und die Veranstalter sind zuversichtlich, dass das Megaevent im Herzen Wiens nächstes Jahr weitergeht. 

Rock in Vienna

Die Mega Rock-Sause mitten in der Stadt
Ein Festival inmitten einer Stadt zu veranstalten hat seine Vor- und Nachteile. Hervorzuheben ist sicher, dass die Donauinsel mit öffentlichen Verkehrsmitteln super zu erreichen ist, die Umwelt dankt es uns. Außerdem ist die Atmosphäre auf der Insel einfach gemütlich und somit perfekt geeignet für ein Festival. Alle Wiener Rockfans, die sich den Spaß auf der Insel am Wochenende nicht leisten konnten, kamen in den Genuss einer Gratisbeschallung. Rund um die Insel waren die Klänge von Metallica, Muse und Co. noch weit zu hören. Womit wir gleich zu einem der Nachteile kommen, denn um 23:00 Uhr war Schluss mit Lärmen, die Nachtruhe musste streng eingehalten werden. Auch auf den Campingplätzen sorgten einige Wächter für Ruhe. Für manche BesucherInnen kam dadurch und durch die geringe Anzahl der Zeltplätze nicht wirklich Festivalfeeling auf.

Rock in Vienna

Sind das zwei Bühnen oder sehen wir doppelt?
Alteingesessene FestivalbesucherInnen kennen es: das lange Warten zwischen den Acts. Durch die beiden Bühnen nebeneinander ist das Geschichte. Nur etwa fünf Minuten Wartezeit gab es durchzustehen zwischen den letzten Klängen auf der linken, der „Mindstage“ und den ersten auf der rechten, der „Soulstage“. Nur für die Headliner, wie Metallica, mit ihren aufwendigen Bühneninstallationen, musste mehr Zeit eingeplant werden. Das Warten hat sich jedoch ausgezahlt, denn die Show von James Hetfield und Co. konnte sich sehen lassen. Gut 200 Fans durften sogar AUF der Bühne feiern und auf die 30.000 personenstarke Menge runter blicken. Auch, wenn die alten Herren schon oft in Österreich waren und es für viele der Rock in Vienna BesucherInnen wahrscheinlich die x-te Show war, ist es immer wieder etwas ganz Besonderes und jeder Auftritt ist einzigartig. Was bei insgesamt 184 veröffentlichten Songs nicht schwer ist, denn bei gut 18 Songs pro Auftritt ergibt das rund 3,8 Quadrillionen verschiedene Möglichkeiten für einen Metallica-Gig.

Rock in Vienna

Die schärfsten und mutigsten FestivalbesucherInnen
Neben dem musikalischen Programm gab es natürlich gewohntes Festival-Catering zu gewohnten Festivalpreisen. Bei unserem Streifzug über die Insel fiel uns besonders eine Ecke auf. Der Bungee-Kran, der mittlerweile auf keinem Festival mehr fehlen darf und, gleich daneben, der Stand von „Fireland Foods“. Die Jungs aus Ruprechtshofen (Nähe Melk) bauen in ihrer eigenen Landwirtschaft Chilis an und verarbeiten diese zu Saucen, Würsten und vielem mehr. Bei Rock In Vienna konnte man ihre schonend produzierten Köstlichkeiten nicht nur probieren, die mutigsten und schärfsten FestivalbesucherInnen durften bei der „Austrian Chili Challenge“– einem Chili-Ess-Wettbewerb auch mitmachen. Die Regeln sind simpel: man hat 10 Minuten Zeit um so viele Habaneros (das ist die schärfste Chilisorte der Welt mit rund 200.000 bis 300.000 Scoville) wie möglich zu essen. Wasser trinken ist erlaubt, der Griff zum Milchglas gilt jedoch bereits als Kapitulation. Im Vorfeld mussten die Teilnehmer eine Verzichtserklärung unterzeichnen. Sanitäter standen bereit um im Notfall jederzeit eingreifen zu können.

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Das internationale Starterfeld bestand bei der ersten Chili Challenge aus sechs Teilnehmern, unter ihnen auch zwei mutige Frauen. Eine der beiden schaffte es sogar aufs Podest – Tina (zweite von links im Bild) verspeiste zwei Habaneros, wurde Dritte und bekam einen 10 Euro Gutschein. Der zweite Platz, mit drei verspeisten Habaneros ging an Niki aus Ungarn (ganz rechts im Bild), sein Preisgeld betrug 25 Euro. Ganze fünf Habaneros schaffte der Sieger, Gerhard (ganz links im Bild), er gewann einen Gutschein im Wert von 75 Euro. Auf die Frage, wie es ihm nach seinem Triumph gehe, meinte er: „Es brennt schon ein bisschen und morgen wahrscheinlich ein zweites Mal aber es geht mir sehr gut.“ Die anderen Teilnehmer schieden relativ früh aus und erfreuten sich am kostenlosen Brot, das vom Veranstalter bereitgestellt wurde. Auch wir waren am Schluss so mutig und probierten eine der Habaneros. Unser Mut wurde mit einem Gutschein für den Online-Shop belohnt. Beim nächsten Mal belassen wir es aber bei solchen Temperaturen beim Probieren der Würste, die Chilis waren dann doch eine Nummer zu scharf für uns.

Rock in Vienna

Von der lieben Technik und Wiener Schnitzeln
Soundchecks sind durch die kurzen Wartezeiten zwischen den Auftritten nicht möglich und leider leiden darunter die ersten paar Lieder der Bands. Bei Metallica vielen zudem anfangs die Monitorboxen ein paar Mal aus. Die Technik streikte am Freitag ein weiteres mal. Bei Heaven Shall Burn fiel der Strom dann komplett aus. Zehn Minuten lang ging nichts mehr. Doch die Band und auch das Publikum nahmen es mit Humor, immerhin war noch Zeit für einen letzten Song. Gene Simmons, seines Zeichen Bassist von Kiss, scheint es in Wien besonders gut zu gefallen, Wiener Schnitzel, Gulasch und Palatschinken liebt er heiß und die Rock in Vienna Fans lieben ihn. Mit Limp Bizkit machen sie den letzten Tag des ersten Rock in Vienna Festivals zum perfekten Abschluss. Alles in allem kann man sagen, dass der Österreichische Festivalkalender um einen Pflichttermin reicher geworden ist und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Fotos: Rock In Vienna und Die Zeitlos

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