TAfie-Ball 2015: „Tirol isch nit lei oans“

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Am 31.1.2015 ereignete sich zum 12.mal der Tiroler Integrationsball, dieses Jahr zum zweiten Mal in der Villa Blanka. Er wird organisiert vom Verein TAfie (Tiroler Arbeitskreis für integrative Entwicklung) &friends welcher das gemeinsame Leben und Lernen ohne Aussonderung behinderter und nichtbehinderter Menschen in Bildung, Freizeit und Wohnen bezweckt. Der Ball war barrierefrei zugänglich, die Moderation wurde von einer Dolmetscherin für Gehörlose übersetzt und die Band im kleinen Saal spielte ohne Verstärker, was eine Wohltat für „empfindliche Ohren“ war.  Somit wurde es möglich, dass alle den Ball in vollen Zügen genießen konnten, Ballkleidung war nicht Vorschrift,  erwünscht war so zu kommen wie man sich wohl fühlte, wenn man wollte auch verkleidet, was noch mehr dazu beitrug dass sich alle ungehindert amüsieren konnten. Gerade wegen dieser Freiheit und Lockerheit die der TAfie-Ball verströmt, erinnert er nicht an die sonst so üblich steif anmutenden Bälle, sondern spiegelt, dem Motto gerecht, die Vielfalt und Buntheit der Tiroler Gesellschaft wieder.

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Zur Eröffnung gaben die Moderatoren Markus Koschuh und Alexandra Wagner ein Ständchen, ganz nach dem Motto: Tirol isch lei oans. Danach ging es gleich beschwingt weiter, und zwar mit dem Trachtenverein der Gehörlosen, die ihr Können mit Schuachplatteln und eindrucksvollen Tanzeinlagen unter Beweis stellten. Darauf folgte Tanz  und ausgelassene Musik von der Band MakeUp und Jakob Bergmann & seinen Musikanten. Wer aber nicht so gern das Tanzbein schwang konnte sich an den drei Spielestationen austoben. Zum Beispiel gab es dort eine Buggelkraxxn voll Heu, wo man seine Schätzungen über das Gewicht ebensolcher abgeben konnte und das am nächsten kommende Ergebnis gewann einen der tollen Preise. Für die etwas Mutigeren gab es „blindes Nageln“, das heißt man versuchte so schnell wie möglich einen Nagel mit einem Hammer in ein Holzscheid zu schlagen, und das Ganze mit Augenbinde, was natürlich eine adrenalingeladene Stimmung erzielte. Eine etwas ungefährlichere Station war da schon das „Suppentopf-Spiel“, das bedeutete man musste „Suppenknödel“ aus einem Suppentopf fischen, wobei jeder Knödel ein Gewinn war. Wo wir schon bei Knödel sind, das kulinarische Angebot in der Villa Blanka konnte sich natürlich sehen lassen, und dies nicht wie zu  Ball-üblich horrenden Preisen. Dann ging es mit den Mühlauer Muller weiter, die mit ihren riesigen Masken eine gewaltige Show abzogen. Sie hatten auch Hexen, Spiegeltuxer und Zottler im Schlepptau, die dann auch die Gäste mit einbezogen indem sie sie zum Tanzen aufforderten und die Tanzfläche brennen ließen.

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Schlussendlich war es ein toller Abend, mit viel Unterhaltung, Spaß, und eben diesem gewissen Unterschied zu den sonst so geläufigen Bällen. Es war nicht steif, jeder fühlte sich wohl und konnte sich so geben wie er nur mal ist. Das ging von dem Jodelwettbewerb, wo jeder der sich bemüßigt fühlte zu jodeln, auf die Bühne kommen konnte um sein Talent unter Beweis zu stellen, bis zur Disco am Abend, wo DJ Chris an seinen Turntables die Villa Blanka zum Beben brachte und jeder ausgelassen tanzte und sich frei und ungehindert fühlte. Ganz nach dem Motto eben.

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