(IMHO) Kapitel sechs: Mundschutz vs. Ba(God)zilla

Share

Brace yourself – die nächste Grippewelle kommt bestimmt! Auch wenn es zwischendurch immer mal wieder tückisch warm wird und die Jahreszeiten im Moment sowieso machen was sie wollen, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis es endlich wirklich Frühling wird. Noch ziemlich angeschlagen in der Uni, habe ich mich dann gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, wie beispielsweise die Japaner einen Mundschutz zu tragen.

Die meisten Japaner tun dies nicht, weil sie ein schrecklich schlechtes Immunsystem und deswegen panische Angst vor gemeingefährlichen, in der Luft herumschwirrenden Keimen haben. Nein, sie tragen einen Mundschutz, wenn sie selbst von einer Grippe oder Erkältung betroffen sind, weil es eben einfach zum guten Ton gehört, seine Mitmenschen vor den eigenen Keimen so gut es geht zu schützen. Da Grippen und Erkältungen über Tröpfcheninfektion übertragen werden, ist das meiner Meinung nach auch eine ziemlich sinn- und rücksichtsvolle Handlungsweise.

 

Mit einem Mundschutz lässt sich also ein Teil der großzügigerweise von uns verteilten Keimtröpfchen von unseren Mitmenschen fernhalten. Ein Nieser verlässt den Körper allerdings mit einer beachtlichen Geschwindigkeit von über 160 km/h – also fast so schnell wie ein Hochgeschwindigkeitszug. Wird die Luft nun also von einem Mundschutz frontal aufgehalten, muss sie sich einen anderen Weg suchen und ergreift die Flucht durch den Seitenausgang. Obwohl also ein Teil der Keime von der Maske aufgehalten wird, sollte man vielleicht trotzdem netterweise in den verwaisten Raum oder schützend in den eigenen Ellenbogen niesen.
In Asien ist das Bild atemschutzmaskentragender Mitmenschen nichts Ungewöhnliches. Manche tragen sie sogar aus modischen Gründen. Würde ich mich hingegen morgen mit einer Atemschutzmaske hier in Innsbruck in den Bus setzen, würden die meisten meiner Mitreisenden wohl eher vermuten, ich hätte eine ernste Krankheit wie beispielsweise Ebola, als dass ich sie nur vor einer niedlichen Grippe bewahren möchte. Was sonst sollte mich dazu veranlassen, zu solch drastischen Maßnahmen zu greifen?
Warum ist es dem Mundschutz leichter gefallen sich in Asien zu etablieren, als bei uns? Vermutlich liegt das zum Teil auch daran, dass die Menschen dort, besonders in den Großstädten, auf viel engerem Raum zusammenleben. Bei einem so kuscheligen Beisammensein, wie zum Beispiel in der tokioter U-Bahn während der Rushhour, ist es deshalb wichtig, rücksichtsvoll zu sein und auch Rücksichtnahme von anderen ganz selbstverständlich erwarten zu können. Aber auch in diesen riesigen Ballungszentren hat irgendwer erst den Grundstein für den Trend legen müssen, im Krankheitsfall einen Mundschutz zu tragen.

Falls sich jetzt jemand dazu berufen fühlt, einen Mundschutz zu tragen, dann sollte sie oder er, unbedingt darauf achten, den Mundschutz alle zwei bis drei Stunden zu wechseln und den benutzen Mundschutz zu entsorgen. Ansonsten verliert der ganze Spaß nämlich seinen Sinn.

8157551528_90b10738a9_k

Fotos: Harajuku, Sean McGrath via Flickr unter CC 2.0

Share
Share
Share