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Global Campus Filmtage 2014

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Nachdem man im Vorjahr erfahren durfte, wo Entwicklungspolitik an ihre Grenzen stößt, machten sich die Organisation Südwind und eine Gruppe Studierender für die heurige Auflage die positive Seite der Medaille zum Thema. Zitat eines Mitorganisators: „es gibt viel Schlechtes in der Welt, man kann es aber auch ändern “ – dies zu verdeutlichen, war das große Anliegen der Global Campus Filmtage 2014.

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 So wurde das Thema „Just do it! Nachhaltiges Handeln in einer globalisierten Welt“ in den letzten zwei Wochen durch acht eindrucksvolle Dokumentarfilme mit anschließenden Gesprächsrunden aufgearbeitet. Hier drei davon:

 

Ökonomie des Glücks – The Economics of Happiness
Von Helena Norberg-Hodge, UK 2011

Der Film versetzt zunächst ins idyllische Ladakh in Westtibet, ein jahrhundertelang ökonomisch wie kulturell völlig autarker Ort – bis die indische Regierung im Jahr 1974 beschließt, die Region für den Fremdenverkehr zu öffnen und der Einfluss der globalen Konsumwirtschaft beginnt. Anhand dieses Beispiels wird gezeigt, wie sich die Weltgesellschaft in zwei Richtungen bewegt: Einerseits versuchen Regierungen und Konzerne anhaltend die Globalisierung voranzutreiben, im selben Moment beginnen aber Gruppierungen weltweit, sich gegen diese Prinzipien aufzulehnen und auf lokaler Ebene ökologischere und menschlichere Strukturen wiederaufzubauen – das Credo: an economy of localization. Der Film macht Mut: „We’re told it’s the only way, but for an increasing number of people there is an alternative already.”

Für die anschließende Diskussion konnten die Organisatoren die Regisseurin selbst gewinnen. Gerade aus New York gekommen, bat Helena Norberg-Hodge (Trägerin des „Alternativen Nobelpreis“ 1986) einen inspirierenden Vortrag über Wege, unsere Zukunft über „Lokalisierung“ selbst zu gestalten.

 

In Transition 2.0
Von Emma Goude, UK 2012

„How can we create a life that creates well-being?“ Transition ist eine Bewegung, die auf lokaler Ebene Lösungen für eine nachhaltige Zukunft sucht. Ob über kollektives Gärtnern in Londoner U-Bahn-Stationen, Regionalwährungsansätze oder die gemeinschaftliche Errichtung von Solarzellen, was 2006 als kleine Initiative in Totnes, England begann, ist heute bis nach Indien und Chile verbreitet. Der Film zeigt also, wie kollektiv gebündelte Energie den uns umgebenden Teil der Welt durchaus erheblich verändern kann, ohne direkt von politischen Maßnahmen abhängig zu sein und vielleicht sogar global greifen können. Den ganzen Film gibt es auch online zu sehen.
Nach dem Film zum Gespräch anwesend war Silke Ötsch, Soziologin an der Universität Innsbruck und Mitglied der Gruppe „Transition Innsbruck“ , die über gemeinwohlökonomische Projekte in Innsbruck sprach und zum nächsten Treffen von Transition Innsbruck am 22. Jänner 2015 in der Bäckerei einlud.

 

Waste Land
Von Lucy Walker, USA 2010

Der 2011 zum Oscar nominierte Dokumentarfilm folgt dem New Yorker Künstler Vik Muniz auf seiner Reise in sein Heimatland Brasilien und zur weltgrößten Mülldeponie, dem Jardim Gramacho außerhalb von Rio de Janeiro. Hier werden die „catadores“, die Wertstoffpflücker, wie sich die Deponiearbeiter selbst nennen, neben Motiven auch zu seinen Partnern, als sie gemeinsam aus Deponieabfällen Kunst werden lassen. Der Film inszeniert Vik Muniz als Person vielleicht manchmal zu kitschig. Man kann dem Künstler aber nicht absprechen, dass durch seine Initiative das Leben einer Gemeinschaft nachhaltig zum Besseren verändert wurde. Und dies ist auch die Stärke des Films: Er nimmt das Publikum mit in die Realität der Pflücker und schafft es, sie als Persönlichkeiten statt benachteiligter Brasilianer wahrzunehmen. Die Müllproblematik wird aus einer neuen Perspektive greifbar gemacht und nicht zuletzt ist der Film auch aufgrund der hervorragenden audiovisuellen Qualität sehenswert.
Darauffolgend war Frau Sonja Windmüller vom Institut für Kulturanthorpologie der Universität Hamburg zu Gast. Sie tituliert sich selbst als „Müllforscherin“ und gab interessanten Input zum Zusammenhang zwischen der Aussagekraft von Abfall über eine Gesellschaft.

Mit der zweiten Auflage gehen die Global Campus Filmtage und das Projekt Global Campus leider ihrem Ende zu. Von der EU finanziert konnten sich Studenten in Irland, Malta, Österreich und Zypern drei Jahre lang im Rahmen von Ausstellungen, Workshopreihen und den Filmtagen mit global relevanten Themen auseinandersetzen und Erfahrungen im NGO-Bereich sammeln. Wer sich dennoch in diesem Gebiet engagieren möchte, ist bei der Organisation Südwind richtig. Hier gibt es alle Infos zu Möglichkeiten, aktiv zu werden.

Beitragsbild: Global Campus Filmtage

Foto: Die Zeitlos

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