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Welt-Diabetes-Tag in Innsbruck

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Insgesamt 12 Stände schmückten den Mehrzwecksaal im AZW Innsbruck zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November. Die Aussteller boten Beratungen zu Ernährung, Messgeräten, sowie kleine Untersuchungen, um auch Nicht-Diabetikern einen Einblick in eine nicht allzu süße Zuckerwelt zu bieten. Vertreten waren unter anderem Wellion, Accu-check, das Rehazentrum-Hallen und die Österreichische Diabetiker Vereinigung.

Die bekannteste Form von Diabetes ist Diabetes mellitus, wobei Diabetes-Typ-1 und Diabetes-Typ-2 unterschieden werden.
Bei Diabetes-Typ-1 handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der die β-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden, die für die Produktion von Insulin verantwortlich sind. Infolgedessen kann die mit der Nahrung aufgenommene Glucose nicht mehr von den Körperzellen aufgenommen werden und der Blutzuckerspiegel steigt. Deshalb müssen sich die Patienten Insulin spritzen.
Bei Diabetes-Typ-2, auch hin und wieder „Altersdiabetes“ genannt, verhält es sich dagegen so, dass die Körperzellen eine Insulinresistenz aufbauen und aus diesem Grund den Zucker im Blut nicht mehr ausreichend aufnehmen können. Auch hier ist die Folge ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Man spricht hier von „Altersdiabetes“, weil die Krankheit meist im höheren Lebensalter auftritt und eine Folge von schlechter Ernährung, Fettleibigkeit oder Bewegungsmangel sein kann.

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Das Thema Ernährung steht bei Diabetes-Erkrankten und deren Familienangehörigen ganz oben. Der Stand der Fachhochschule für Gesundheit (FHG) – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol – bot den Besuchern eine große Auswahl an Köstlichkeiten. Von Marmeladenbrötchen über Aufstriche zu zuckerarmen Kuchen konnte alles verkostet werden. „Die Erkrankung meines Ehemannes zog große Veränderungen nach sich“, schilderte eine Dame. Bewusstes und fettarmes Kochen steht in ihrer Familie nun auf der Tagesordnung. Die Studentinnen der FHG boten Abhilfe mit zahlreichen Rezeptideen für‘s Nachkochen zuhause.
Am Tisch nebenan wurde mit Würfelzuckerstücken veranschaulicht, wie viel Zucker sich beispielsweise in Cola (9 WZ/ 100g) und milupa Babynahrung (13 WZ/ 100g) versteckt. Spielerisches Erforschen bot die Holzwaage, mit welcher man abwägen konnte wie viel Sport es braucht, um zum Beispiel die Kalorien einer Pizza wieder zu verbrennen.

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Um zu erfahren, ob sich der eigene Blutzuckerspiegel normal verhält, ließen sich zwei junge Studentinnen aus reinem Interesse piksen. Solange der Spiegel bei nüchternem Magen nicht über 126 mg/dl hinausschießt, ist alles im grünen Bereich.

Außerdem gab es einen Stand, an dem Lose erstanden oder an einem Gewinnspiel teilgenommen werden konnte. Der Erlös dieser Aktion geht an die Organisation „Insulin zum Leben“.
Von dem Geld sollen Insulin und andere Hilfsmittel für Diabetiker in Entwicklungsländer transportiert werden. Sowohl Insulin als auch der Transport sind teuer. Das macht dieses lebensnotwendige Hormon oft unerschwinglich für die Erkrankten und deren Familien. Nicht selten müssen als Folge von Diabetes Amputationen vorgenommen werden oder die Patienten können erblinden. Auch ist Diabetes häufig die Ursache von Nierenversagen; die häufigste Todesursache von Diabetikern ist jedoch ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Allein in Österreich sterben rund 10.000 Menschen pro Jahr an Diabetes, weltweit sind es drei Millionen. Diese Zahlen verdeutlichen wie wichtig es ist, dass es Programme wie „Insulin zum Leben“ gibt, die schnelle Hilfe bei Katastrophen leisten, wie z.B. beim Erdbeben in Haiti im Jahr 2010, und weltweit laufende Programme unterstützen.

Diabetiker wie Nicht-Diabetiker tummelten sich auf der Veranstaltung. „Erfahren hab‘ ich es vor ca. einem halben Jahr.“ Zusammen mit seiner Frau war dieser Mann auf der Suche nach mehr Informationen zu dem großen Lebenswandel, welcher ihm bevorsteht. Mithilfe der Ernährungs- und Produktberatung wird er diesen sicherlich problemlos meistern können.

 

Text: Ute Schneiderbauer & Tamara Schadt

Fotos: Die Zeitlos

Beitragsbild: Word cloud – diabetes von Diabetes Care via Flickr unter CC 2.0

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