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Innsbruck Nature Film Festival 2014

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Innsbruck, die Stadt im Herzen der Alpen bietet gerade wegen seiner alpin-urbanen Umgebung den idealen Schauplatz für das 13. Nature Film Festival, das vom 21. bis 24. Oktober 2014 Film- und Naturbegeisterte in die Säle des Leokinos lockte. Eine Auswahl an Kurz-, Animations- und Dokumentarfilmen, die einen besonders wertvollen Beitrag in der Debatte rund um Klimawandel, Globalisierung und Umweltschutz leisten, sollen die Zuschauer zum Nachdenken anregen. An spannenden, berührenden, aufwühlenden und faszinierenden Momenten fehlte es dem INFF daher nicht.

Veranstalter Johannes Kostenzer, Umweltanwalt des Landes Tirol, machte bewusst, dass sich die täglichen Nachrichten zu einer unerschöpflichen Quelle an Katastrophenmeldungen, verheerenden Naturereignissen und Darstellungen anderer negativer Ereignisse entwickelt haben. Der Mensch ist gewohnt, alles schnell zu machen, zu haben und zu bekommen – die langsamen Vorgänge, die beispielsweise die Natur braucht, verschwinden im Strom der Zeit.

Auch die Zeitlos war beim Innsbruck Nature Film Festival 2014 dabei und möchte euch hier zwei Highlights der zahlreichen natur- und umweltrelevanten Filme vorstellen:

LAST CALL

Der Eröffnungsfilm „Last Call“ von Enrico Cerasuolo handelt von den Grenzen des Wachstums in der Welt und dokumentiert die Reaktionen auf das Buch „The Limits to Growth“, das 1972 erschien und eine Studie zur Weltwirtschaft enthält. Die Autoren erkannten damals das exponentielle Wachstum in vielen Bereichen und waren sich sicher, dass wenn man dies der Öffentlichkeit deutlich machte, man das Wachstum aufhalten könnte; die Gesellschaft war jedoch noch nicht bereit zum Handeln. 20 Jahre später erschien eine Neuauflage („Beyond the Limits“) und viele ihrer Aussagen wurden bestätigt.

„If we had 30 days before we die – would we act on the 29th?“

Das globale System könnte man mit dem Bremsvorgang im Autoverkehr vergleichen – wenn man in der Ferne ein Hindernis sieht, fängt man idealerweise vorher zu bremsen an, bevor man darauf trifft. Die Leute verstehen das – können es allerdings nicht auf das globale System übertragen.

„Think globally, act locally.“

Die Akteure im Film beschreiben das Hauptproblem, dass grundlegende Veränderungen schwierig sind, so: Man kann die Gesellschaft nicht plötzlich stoppen oder ihr einen ganzen Teil wegnehmen – es nimmt nicht nur ein bisschen ab, es fällt zusammen. Genauso verhält es sich mit der Uhr: Nimmt man
1% der Teile einer Uhr weg, wird die Uhr auch nicht um 1% langsamer gehen, sondern stoppt ganz.
Zwei Anregungen sollen dem Publikum im Gedächtnis bleiben:

„How should the world be, that you are excited, when you stand up in the morning? How should the world be, in which your grandchildren will live?“

http://www.lastcallthefilm.org/

VIRUNGA
Gewinnerfilm der Königsdisziplin des Innsbruck Nature Film Festivals 2014

Atemberaubende Naturaufnahmen, berührende Familientragödien der kongolesischen Bevölkerung, erschütternde Aufnahmen von Krieg und Zerstörung, aber auch bewegende Bilder junger Gorillawaisen, die in ihren Pflegern liebevolle Ersatzeltern gefunden haben, entführen die Zuschauer auf eine hochemotionale und aufwühlende Reise. Mit seinem Dokumentarfilm „Virunga“ bringt der Regisseur Orlando von Einsiedel das tragische Schicksal eines in den Wäldern des Ost-Kongos gelegenen Nationalparks ans Licht. Der Virunga Nationalpark ist ein Zufluchtsort für die noch letzten Berggorillas ihrer Art und zählt wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna zum Welterbe der UNESCO. Regisseur und Kamerateam dokumentieren vor Ort den unermüdlichen Kampf jener Menschen, die sich gegen Wilderei, Ausbeutung und Zerstörung einsetzen und es dabei sogar mit großen westlichen Konzernen aufnehmen müssen. Denn wo es unberührtes Land gibt, steigt das Interesse von profitgesteuerten Firmen nach Rohstoffen zu suchen, wie im Fall des britischen Ölkonzerns SOCO International, der vorhat, in die geschützte Idylle des Nationalparks einzudringen, um nach Ölvorkommnissen zu suchen.

Den ersten Preis des diesjährigen Nature Film Festivals in der Kategorie Dokumentarfilme hat sich „Virunga“ auch wegen seiner vielschichtigen Themenbehandlung verdient. Die grausame Wilderei an Berggorillas, der Bürgerkrieg und die ausbeuterischen Interessen des Ölkonzerns SOCO werden zu einem packenden und ergreifenden Filmerlebnis verbunden, das niemanden unberührt zurücklässt.

http://virungamovie.com

Doch auch die restlichen Filmproduktionen müssen geehrt werden, denn jeder einzelne Film, ob aus den Kategorien Youngsters, Kurz- oder Dokumentarfilm, leistet für sich einen wertvollen Beitrag rund um die Bewusstseinsschärfung zum Thema Umweltschutz. Die Auswirkungen der Globalisierung und des weltweiten Klimawandels machen auch vor Staatsgrenzen keinen Halt und betreffen uns alle. Manche Völker müssen mit den Folgen, die existenzbedrohliche Ausmaße annehmen, bereits heute schon leben und damit umgehen lernen.

Es wird Zeit, dass ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfindet, dies ist wohl allen Zuschauern nach vier spannenden, emotionalen und faszinierenden Filmtagen im Leokino bewusst geworden.

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