Begin typing your search above and press return to search. Press Esc to cancel.

Kitsch Bitch!

Share

”Sei einmal leiwand”, “Bitches Say What”, “Holla die Waldfee“ – solche frechen Sprüche ziehen die Blicke auf die Shirts von dem in Wien ansässigen Label, KITSCH BITCH.
Obwohl es sich hier um eine sehr junge Marke handelt, wächst die Nachfrage nach den außergewöhnlichen Motiven und Slogans rasant. Angefangen mit einem kleinen Stand bei der ersten T-Shirt Messe in Wien, folgen zahlreiche Einladungen zu Pop-Up-Events,
wo KITSCH BITCH regelrecht geplündert wird.
Doch wer steckt eigentlich hinter dieser Idee?
Die Zeitlos hat KITSCH BITCH-Gründerin, Lilly Egger, zum Interview gebeten.

Foto: KitschBitch

DZ: Woher kommst du eigentlich?

KB: Aus Wien!

DZ: Wann ist es dir so richtig bewusst geworden, dass du deine Idee, individuelle Shirts zu fertigen und zu verkaufen, in die Tat umsetzen willst?

KB: Das war eine „über Nacht Aktion“! Während der Schulzeit hab ich mit selbst besprayten Shirts begonnen. Sowohl in der Schule, als auch auf der Uni, wurde ich oft darauf angesprochen und gefragt, woher ich sie habe. Da mir schnell klar war, dass studieren eh nicht so meins ist, und meine Leidenschaften im Kreativen liegt, habe ich beschlossen:
„Gut, try it!“, und habe begonnen neutrale Leiberl zu besprayen, und sie bei der ersten T-Shirt Messe im Oktober 2011 präsentiert und verkauft. Das war die Premiere von KITSCH BITCH.
Ich hatte keine hohen Erwartungen, und wäre auch schon sehr glücklich gewesen, wenn auch nur eine Person ein Leiberl von mir gekauft hätte. Doch es hat bei den Messebesuchern voll eingeschlagen und ich war nach kurzer Zeit ausverkauft! Ich habe auch einfach meine ersten Bestellungen entgegengenommen, ohne konkreten Plan wie es eigentlich weitergeht. Es war klar, jetzt geht’s los.

DZ: Klingt ja sehr gut! Woher nimmst du derzeit eigentlich deine Shirts?

KB: World Wide Web.

DZ: Verwendest du auch die Siebdrucktechnik?

KB: Ja, mittlerweile nur mehr Siebdruck!

DZ: Toll! Wie hast du dich eigentlich am Anfang finanziert?

KB: Ich hab mein Erspartes reingesteckt. Klar, in ein Start-Up zu investieren, ist immer ein Risiko. Entweder es läuft, oder eben auch nicht. Ich wollte es unbedingt ausprobieren, und siehe da, es läuft.

DZ: Du bist ja vor allem im Internet präsent. Ich habe gesehen, dass du Instagram (_kitsch_bitch_) hast, bloggst du auch?

KB: Es gibt genug gute Blogger, ich mache Leiberl und Ketterl.
Ich habe aber eine Facebookseite, und auch eine Webseite (www.kitschbitch.at).

DZ: Wer unterstützt dich eigentlich? Bei wem würdest du sagen: „Ohne dich hätte ich es nicht geschafft!“

KB: Also ganz ehrlich, ich hab das ganz alleine auf die Beine gestellt.

DZ: Chapeau!

KB: Ich habe natürlich meine FreundInnen, die so als Nebenjob mir bei den Pop-Up-Events helfen.

DZ: Apropos Blogs, ich habe mal bei einem Blogger einen Eintrag über dich gelesen, was nicht unbedingt schmeichelhaft war. Wie gehst du mit der Art von Kritik um?

KB: Ah, den hab ich auch gelesen. (lacht) Das war ganz zu Beginn.

DZ: Es wurde dir ja vorgeworfen, dass viele deiner Motive von anderen Künstlern abgekupfert sind.

KB: Heutzutage ist es so, dass sich jeder vom Internet inspirieren lässt und ich natürlich auch. Ich seh überhaupt kein Problem damit, zum Beispiel ein zerronnenes Chanelzeichen, mit dem der Pariser Graffitikünstler Zevs vor einigen Jahren aufsehen erregt hat, als Inspiration für eines meiner Motive zu nutzen.

DZ: Würdest du empfehlen, solche Kritiken nicht zu ernst zu nehmen?

KB: Absolut! Ich habe mir mittlerweile eine dickere Haut zugelegt. Solche Kritiken sind oft von Neid geleitet. Zu beginn als negative Kommentare und Kritiken erschienen bzw. gepostet wurden, hat mich das doch recht irritiert.
Mann muss da einfach zwischen konstruktiver und unkonstruktiver Kritik unterscheiden.
Bekomme ich Kritik von Leuten die ich schätze, so nehme ich mir das schon ans Herz, denn das ist für mich konstruktive Kritik.
Von Leuten mit denen ich zusammenarbeite und Leuten die mich kennen bekomme ich im großen und ganzem nur positives Feedback, was mein Selbstbewusstsein sehr stärkt.
Also die Aussagen von random Leuten, die mir damals an die Nieren gingen, beschäftigen mich heute nicht mehr.

DZ: Was machst du dann mit solchen Kommentaren zum Beispiel auf Facebook? Löschst du sie?

KB: Die hab ich meistens auf mein privates Profil bekommen. Ich hab paar mal das Lied von Left Boy ‘Outro‘ zurückgeschickt. Dann kommt auch nichts mehr von denen zurück.

DZ: Das ist eine geniale Idee!

KB: Sie merken eben, dass ich sie nicht ernst nehme, vor allem, weil die meisten Comments auch keinen Inhalt haben. Das kommt in letzter Zeit eh nicht mehr wirklich vor.

DZ: Lässt du dich eigentlich sehr von Trends, wie z.B.: Hipster, beeinflussen?

KB: Ich mache Kreationen, wo ich dahinter stehe, dir mir selber gefallen und bei denen ich ein gutes Gefühl hab. Ob Hipster oder nicht, beinflusst bin ich von allem was mich umgibt.

DZ: Es steckt also auch einiges an Bauchgefühl dahinter?

KB: Ja ! Ich bin auch viel im Internet unterwegs und schau mir viele ausländische Seiten an.
Wenn ich andere Städte bereise achte ich sehr darauf, was dort hipp ist und lass das dann einfließen. Als letztes war ich in London und Kopenhagen. Da geht’s schon anders ab als in Wien.

DZ: Apropos Trends, das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ gewinnt auch immer mehr an Präsenz in der Textilindustrie. Beteiligst du dich auch daran? Wenn ja, wie?

KB: Ja, also meine Leiberl sind alle von Fair-Wear (Anm. Kampagne für saubere Kleidung) und ich schaue auch darauf, dass die Materialien hochwertig sind.

DZ: Studierst du derzeit eigentlich?

KB: Nein, derzeit nicht. Ich habe mal mit IBWL und Publizistik begonnen, daweil aber mal auf Eis gelegt, da es sich zeitlich einfach gar nicht mehr ausgeht. Ich bin erst 21 Jahre alt, also mach ich mir da keinen Stress. Ich lebe momentan das, was ich mir immer gewünscht habe: kreativ und selbstständig zu sein.

DZ: Vielen lieben Dank für dieses ausführliche Interview!

Interview von Veronika Milassin

Leave a comment

Add your comment here

Share