Begin typing your search above and press return to search. Press Esc to cancel.

Alles neu macht der Oktober. Der Vorhang öffnet sich dem Semesterbeginn

Der Sommer ist vorbei – schwer glitzern Spinnweben noch im Grünen, welches wie die Ampel bald auf Gelb und dann Rot schaltet. Zeit im Umbruch, wenn das Semester neu beginnt und sich die Sonne in langen Schatten senkt.

 

Aufgeregte Erwartungen gepaart mit dem Bangen vorm frühen Weckertönen,

wieder einmal vergangen ist, einfach dem Leben zu frönen:

Voller Tatendrang und guter Moral, die Vorsätze, deren Netz man sich spinnt.

Dieses Semester wird alles ganz anders,

diesmal gilt nicht wieder „Vier-gewinnt“!

 

Doch auch im Sommer ward viel sich vorgenommen,

stolz tuschelnd strömt es durch die Gänge,

man hört von Praktika, Ferialjob und Semester geplant

und liegt dann doch, mit Verlaub,

verdienterweise am Strand

und hat die Planung Richtung September verbannt.

 

Wieder zu Haus flip-flopt es sich im sonnigen Klang

an trüben und kalten Einkaufsregalen entlang.

Care-Pakete voll Marmelade,

Backwaren und Schokolade

wurden vor Tagen schon in Empfang genommen,

Nun, rollt der Einkaufswagen seufzend – oh nein,

hin zum Ausverkauf, weg vom Premiumwein.

 

Innsbruck wird nun rasch um ein Viertel voller,

es wird geschleppt, zusammengebaut und Schrauben gesucht,

Umzugskartons und Blumentöpfe 30.000 Studierender,

daneben noch schnell ein Platz in der Bib gebucht.

 

Müde Augen erbitten die Zeiger an der Uhr um weitere Minuten,

dampfender Kaffee spendet Trost und würde sogar Tote erwecken,

Der Dampf bildet sanfte Rauchzeichen in der Luft,

ein gutes Omen sich vermengend mit dem Duft.

Die hämische Freude der Tickenden an der Wand unterdessen,

ist durch die Vorsehung von Vertrautem und den Wissensdurst abgewunken und vergessen.

 

Die Tage werden nun kürzer, die Köpfe rauchen hitzig voller,

wir gleiten mit gemischten Gefühlen in Richtung hybrider Lehre,

der Rektor öffnet uns Tore und Links – welche Ehre.

 

Doch niemand klopft nach gehaltener Stunde auf die Bänke,

da, wie es kam und kommen musste,

unter dem vierten Semester noch niemand Beifall zu klopfen wusste.

Die „Erstis“, vom Versprechen der Präsenzlehre mutig ergriffen,

werden von höheren Semestern gecoacht, belächelt und in die Wangen gekniffen,

 

Jenen wohlbekannt die Standorte der Erstitascherl,

die prophylaktischen Wahlkampagnen kommen ihnen stets gelegen.

drum stopfen sie sich die Taschen voll mit Ovomaltine, Keks und Schmankerl,

es gilt die Ernährung jetzt auf Nervenfutter umzulegen.

 

Und unruhig im ersten Schneegestöber,

wartet Zähne-fletschend ein Prüfungsmanöver:

danach leckt man sich die neuen Wunden.

Bald ist die Wehmut an den Sommer aus den Gedanken verschwunden

 

Ein lachendes und ein weinendes Auge blicken auf die jährliche Zäsur,

klick-klacken die Marker und flattern die Blätter, warte nur

begleitet von Fachschaft und einem letzten Sommergewitter,

Gewappnet mit vollem Arsenal

schreiten wir– schweren Schrittes, mit lautem Gelächter und  wehender Fahne – in Richtung Hörsaal.

 

Zeit isch‘, Mander und Manderinen!

Studentin in Innsbruck. Rechtswissenschaften. Daneben und teils auch aus diesem Grund schreibe ich gerne über (andere) Themen, die uns als Einzelne*r und Gesellschaft betreffen mögen und mein Interesse geweckt haben.