(IMHO #26) Unglaublich! Ö3-Weihnachtswunder in Innsbruck: Hässlich, dumm, selbstherrlich!

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin, danke fürs Anklicken. Dank dir ist nun eine einfache Datenbank um eine neue Zeile reicher. Dein Klick fruchtet und du hast dich mit deiner IP Adresse, deinen einfachen demografischen Daten und ein paar anderen zeitlichen Fakten in unsere Webseite eingecheckt. Das wusstest du nicht? Das tut uns sehr leid, wundert uns aber auch nicht, da der Cookie-Trend spurlos an uns vorübergegangen ist. Aber egal, wir nehmen das nicht so eng.

Hauptsache die Besucher-Datenbank wächst. Was wir aber ziemlich eng nehmen ist die Gleichung f(x)= m*x + n. Das ist die mathematische Gleichung einer Geraden, unserer Besucherstatistik. Den Wert n können wir getrost mit 0 beziffern, da auch unsere Besucherzahlen mal bei 0 angefangen haben. Auf was wir ganz stolz sind ist unser Baby m. Je größer m, desto schneller steigt die Zahl der Besucher auf unserer Webseite an. Und wie alle anderen Eltern auch, tun wir alles für unser Baby m.

Für eine Mathe Nachhilfe bist du aber nicht hier. Du bist wohl am Inhalt des Artikels interessiert, aber wir müssen dich enttäuschen. Wir sind zwar Clickbait – Profis, aber mehr als einen provokanten Titel bekommen wir (noch) nicht hin. Immerhin hat der darauf folgende Textkörper auch mehr Wörter als der Titel. Level 9000 sozusagen. Wir versuchen uns aber daran, denn immerhin kann man es heutzutage auch mit negativen Marketing weit bringen. Also zahlentechnisch. Zurzeit sind wir in dieser Disziplin aber ein hoffnungsloses Schlusslicht. Der freie Markt zeigt schonungslos: die Konkurrenz in Innsbruck ist wahnsinnig stark.

Egal, du bist wegen dem Ö3 – Weihnachtswunder hier. Naja in den Dreck ziehen und die Emotionen hochkochen lassen kann ich das jetzt auf die schnell nicht – wie gesagt, dazu fehlt mir noch die Expertise. Und ich verstelle mich intellektuell wahnsinnig ungern für Besucherzahlen. Also bleibe ich ehrlich. Scheiß auf den Wert m. So aufmerksamkeitsgeil bin ich jetzt auch nicht.

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Ich finde die Aktion des Ö3 in der Maria Theresienstraße persönlich nicht super gelungen, aber der primäre Gedanke dahinter ist aus meiner Sicht schön. Jeder darf sich einen Song im Radio wünschen und darf im Gegenzug dazu sein Kleingeld loswerden. Für österreichische Familien in Not.

Ich muss den führenden und seriöseren Medien in Innsbruck zustimmen: der Glasbau ist nicht wirklich hübsch. Er ist aber auch nicht da um hübsch zu sein, sondern um einen akustischen faradayschen Käfig zu garantieren. Keiner wird gern bei der Arbeit vom Geschrei passierender Menschen gestört. Schon gar nicht wenn einen Millionen von Menschen dabei zuhören. Man könnte auch den studioüblichen stahlfreien Beton nehmen. Nur sieht man da schlecht durch. Und zugegeben es laufen auch immer die gleichen „Hits“. Größtenteils folgen die einem roten Faden, der klanglichen Corporate Identity des Senders sozusagen. Und obwohl man sich auch unterm Jahr jeden Tag Hits wünschen darf, der ein oder andere weltoffene musikalische Gebildete muss wohl bereits zurückgewiesen worden sein. Man spielt halt was gerne gehört wird. Egal ob auf Baustellen oder in Büros. Ich bin der Typ Mensch, der im Falle eines ungewünschten Songs keine Mühen scheut und auch mal den Kanal wechselt. Hier kommt mir der freie Markt gelegen.

Ich finde die Aktion von Ö3 wahnsinnig schön. Endlich wird die von Gesetzskandalen geplagte öffentliche Fläche wieder für was Gutes verwendet. Oder vielleicht bin ich einfach nur blöd und sehe den Fehler nicht. Ich spende Geld, höre meinen Lieblingssong im Radio und helfe österreichischen Familien. Und ich helfe Ö3 dabei bekannter zu werden. Damit vielleicht noch mehr Menschen so dumm sind anderen österreichischen Familien in Not zu helfen. Vielleicht sehe ich den Wald vor lauter Bäume nicht mehr und handle deshalb nicht mehr rational. Aber wer handelt in der Weihnachtszeit schon rational?

Grafiken: DieZeitlos

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