Zwei Wochen Marokko – Die etwas anderen Osterferien

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Vor mittlerweile genau einem Jahr machte sich ein verliebtes Pärchen auf in den Süden, um Universität, Arbeit und Verwandtschaftsbesuchen anlässlich des Osterfestes zu entfliehen. Stattdessen verbrachten sie den bislang schönsten Urlaub ihres Lebens stets bewacht vom arabischen sternenklaren Himmel. Eine Reise und eine Liebe, die sie nie vergessen werden.

Marrakesch

Unsere Rundreise findet ihren Anfang in der Königsstadt Marrakesch. Hinter schweren Eisengittern und massiven Holztüren eröffnet ein familiäres Riad eine Ruheoase der etwas anderen Art. Frühstück auf einer der vielen Dachterrassen in der bereits heißen Morgensonne mit Aussicht auf die schneebedeckten Berggipfel des Atlasgebirges, das hoteleigene Hamam und ein wunderschönes orientalisches Zimmer lassen uns sofort in die orientalische Welt eintauchen. Das Herumirren in den kleinen, verwinkelten Gassen und das geschäftige Treiben in den riesigen Märkten um den Djemaa El Fna lässt uns tags darauf in das weite Land hinaustreiben.

Marrakesch

Eine stundenlange Fahrt mit einem komfortablen, alten Mercedes-Taxi bringt uns sicher auf kurvigen Straßen über das Atlas-Gebirge nach Ourazazate, dem Schauplatz der Wüstenszenen des ersten Star Wars-Teils. Mit dem Bus führt unser Weg uns immer weiter Richtung Sahara, in eine Stadt namens Tinghir.

Marokko

Dort erwartet uns ein Tour-Guide, der uns vor Sonnenuntergang in die imposante Todra-Schlucht führt und uns nach kulturellem Input Zeit zum Klettern, Steine sammeln und Kontakt mit anwohnenden Bauernfamilien lässt, die mit einem grünen Daumen gesegnet auf dem steinigen Boden Nahrungsmittel wachsen lassen.

Marokko

Während wir in Marrakesch für jede Art von Hilfe um Geld gebeten wurden, zeigt man uns eine gastfreundliche Hilfsbereitschaft der ganz anderen Art, je weiter östlich wir ins Landesinnere vordringen. Mit insgesamt sechs Passagieren gefüllten Taxis, deren Sitzplätze eigentlich nur für fünf Personen reichen, setzen wir mit unserem Guide das Abenteuer fort nach Merzouga, wo wir nach einer Kanne des köstlichsten Minz-Tees der Welt unsere Kamele besteigen.

Kamel

Ausgestattet mit Zahnbürste, Sonnenschutz, Unterhosen und Trinkwasser für die kommenden vier Tage reiten wir in die Untiefen der Sahara. Der Aufstieg auf die höchste Düne in der Nähe einer Oase bereitet uns als (Nicht-)Bergsteiger mehr oder weniger Anstrengung. Diese wurde allenfalls mit dem eindrucksvollsten Sonnenuntergang belohnt, den wir in unserem bisherigen Leben sehen durften.

Nommade

In der Oase wird uns köstliches Tajin serviert und mit einer heißen Tasse Minztee stoßen wir auf die erste Nacht in der Wüste an. Ein Lager aus Nomadenzelten, in denen wir neben Touristen der unterschiedlichsten Herkunft schlafen, bietet uns dank der raffinierten Anordnung auch untertags Schutz vor der schier unerträglichen Vormittags-, Mittags- und Nachmittagssonne. Die einzige Abwechslung stellt ein Brunnen mit für uns Europäer vielleicht untrinkbarem Wasser dar, an dem wir uns kurz abkühlen. Zwischen Sonnenauf- und –untergang vertreiben wir uns die Zeit mit UNO-Battles, denn auch unsere Bücher verweilen sicher mit dem Rest unseres Gepäcks in den Hotelzimmern. Abends lauschen wir dem Trommelkreis der Nomaden und der fast unerträglichen Stille um uns. Wir finden in der Wüste mehr und mehr zueinander und zu uns selbst.

Sahara

Eine Nacht unter freiem Sternenhimmel und dicken Decken beschert uns einen ordentlichen Schnupfen, aber auch einen Sonnenaufgang über Algeriens Staatsgrenze. Die langersehnte Dusche nach dem Wüstenaufenthalt gibt uns wieder frische Kraft und wir setzen unsere Reise fort gen Westen an die Atlantikküste. Essouira, eine einst portugisisch kolonialisierte Hafenstadt, zieht uns trotz der vergleichsweise kühlen Wetterverhältnisse in ihren Bann.

Marokko

Auf den Straßenmärkten kaufen wir Holzschatullen, Schals, Gewürze und Tee zu erschwinglichen Preisen als Geschenke für Familie und Freunde. An einem frühmorgendlichen Strandspaziergang schnuppern wir windige Meeresluft und sammeln Muscheln, ehe uns der letzte Bus zurück nach Marrakesch führt. Das orientalische Abenteuer lassen wir gemütlich in einer atemberaubenden Suite mit marokkanischem Rosé-Wein ausklingen, ehe uns die Flügel der royalairmaroc sicher wieder nach Hause tragen.

Algerien_Sonne

Dieser Reise verdanken wir viele wunderschöne Erinnerungen, wolkenlose Nächte unter Sternenhimmel, Selbst- und Zueinanderfindungen, einen aufschlussreichen Einblick in die arabische Kultur, einzigartige Fotografien der facettenreichen Landschaft und vor allem eine gehörige Portion Liebe.

 

Fotos: Ute Schneiderbauer, Thomas Erler

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