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(IMHO) Kapitel neunzehn: Harry Potter’s unendliche Geschichte – Es reicht uns noch nicht

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Ist die Fortsetzung zu viel des Guten oder giert das Publikum von Potter, Granger, Weasley und Co. doch noch nach mehr Stoff? Werden abertausende junge sowie alte Kinder der Magie verfallen und sich wie so oft mit Zauberstab und Umhängen rüsten, um vor den Buchläden zu campieren? Ob wir Potter und seine Freunde bis in den Tod begleiten werden (oder er uns) kann ich Euch zwar nicht garantieren, aber zumindest biete ich Euch hier neben der Schilderung meiner eigenen Potter-Sucht vielleicht auch einen Zeitvertreib, bis wir mehr erfahren.

Harry Potter

Neuer Filmzauber

Zu Beginn des Jahres befahl mir das WWW im Jahre 2016 einige Werke zu lesen, bevor deren Verfilmungen in unseren Filmpalästen anlaufen. Joanne K. Rowlings Fantastic Beasts and Where to Find Them ist folglich Teil meiner Must-Read-Liste dieses Jahres. Wohlgemerkt, aus einem Büchlein, welches die 100-Seiten-Marke bei weitem nicht erreicht, eine Trilogie zu basteln, ist mehr als beachtenswert. Vor allem in Anbetracht meiner Abneigung gegen unnötig in die Länge gezogener Handlungen der Geldmacherei wegen. Aber ergebene Fans, so wie ich es einst war, werden froh um jede Sekunde sein, die sie länger in einer magischen Welt fern ihrer eigenen vom Alltagstrott dominierten Umgebung verbringen dürfen.

Neuer Theaterzauber
Noch vor der Premiere des ersten Teils der Trilogie im November soll im Palace Theatre in London die Premiere von Harry Potter and the Cursed Child die Zauberer-, Zauberinnen- und Muggelherzen abermals höher schlagen lassen. Ab 30. Juli 2016 erfahren wir zwar nicht in den Kinos, aber zumindest auf dieser einen Theaterbühne, wie sich Harry als erwachsener Familienvater und Beamter so anstellt, nachdem ja scheinbar alles Unheil seiner Kindheit und Jugendzeit ausgemerzt wurde. Da Rowling aufgrund dessen Tonnen an Kritik geerntet hat, da natürlich nicht alle weltweiten Zauberlehrlingfans kurzerhand nach London apparieren können, weder Besen, fliegende Autos noch Testrale in der Garage haben, hat sie sich doch dafür erwärmen können, sich nochmals an den Stoff heranzuwagen und einen achten Schinken zu Harry Potters Fortleben zu verfassen.

Der Zauber meiner Kindheit
Doch auch diese Tatsache lässt einiges an Kritik regnen. Aus welchem Grund? Viele treue Fans sind mit diesen Geschichten aufgewachsen, wurden von ihnen durch ihrer Pubertät begleitet und sind zusammen mit Harry zu erwachsenen Wesen herangereift. Viele haben einfach damit abgeschlossen und widmen sich seitdem wichtigeren Dingen, als sich in dicken Büchern zu verlieren. Doch manche unter diesen Vielen sehnen sich nach einer Stillung ihrer Lesewut. Diese fand auch in meinen jungen Jahren ihren Anfang beim Stein der Weisen. Ich habe Rowling nicht nur schlaflose Nächte zu verdanken, sondern auch die eine oder andere Standpauke meiner Eltern, nicht nur weil ich bis 3 Uhr Früh mit meinem Nokia 3510i als Lichtquelle unter der Bettdecke Seite um Seite verschlungen habe, sondern weil ich meistens am nächsten Tag in der Schule eingenickt bin.
Damals, als die Geschichte im siebten Band dem Ende zuging, habe ich aufgehört zu lesen. Und zwar ziemlich genau an der Stelle, an welcher das Werk für den Film zweigeteilt wurde. Dieser Wälzer verstaubte Jahre lang unter meinem Bett, fungierte maximal als Werkzeug, um meine gesammelten Herbstblätter zu trocknen. Weshalb ich das getan habe? Zum einen aus wachsendem Desinteresse, zum anderen aus dem Widerwillen heraus, die Geschichte, die meine bisherigen Lebensjahre so sehr prägte wie kein anderes Buch (von dem späteren Tolkien-Fanatismus mal abgesehen), enden zu lassen. Dafür schienen mir meine Kindheitserinnerungen zu wertvoll zu sein. Das Brauen von Vielsafttränken am Sandhaufen, die Suche nach dem perfekt geradlinigen Zauberstab, dieser ewige Traum vom Fliegen. Tief in meinem Herzen bin ich immer noch ein Kind, vielleicht muggelstämmig, aber doch vernarrt in diese magische Welt. Meine Generation studiert mittlerweile, manche von uns haben sich ihre Lebenspartner schon ausgesucht, manche haben bereits einen Knirps oder zwei. Und wenn Rowling mit ihrer Fortsetzung auf spielerische Weise auf die Strapazen des Erwachsenenlebens vorbereiten will, dann heiße ich ihren achten Band mehr als Willkommen.

 

Fotos: „harry potter books :)“ by lozikiki via Flickr unter CC 2.0, „Consuming the new (and last) Harry Potter Book [202/365]“ by Lou Bueno via Flickr unter CC 2.0

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