(IMHO) Kapitel vierzehn: Weil Schifoan is des teiaste wos ma sich nur vurstellen kann

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Die kalte Jahreszeit hat in Innsbruck bereits Einzug gehalten und ich hoffe, alle Ski- und Snowboardbegeisterten haben schon die Sparschweine geschlachtet – ja, es könnte heuer noch teurer werden.

Alle Jahre wieder kommt sie verlässlich vor Saisonbeginn, die frohe Botschaft: „Preise für Skikarten steigen“. Während das Ticket für die Tiroler SnowCard in der letzten Saison noch 717€ gekostet hat, bezahlt man diesen Winter schon 737€. Langsam fragt man sich allerdings, wo denn diese ständige Preiserhöhung hinführen soll. Jedenfalls ist kein Ende in Sicht und so wird jedes Jahr wieder vom Rekord-Niveau der Skikartenpreise berichtet. Wer im Wintersport-Mekka Tirol Skifahren oder Snowboarden will, muss nun mal tief in die Tasche greifen. Aber, wie uns die Skiliftbetreiber immer wieder versichern, es ist ja im Sinne aller Österreicher. Denn ohne teurere Skikarten keine neuen Skianlagen, ohne ultramoderne Skilifte kein Tourismus und ohne Tourismus kein Geld. So einfach ist das (nicht). Es soll Wintersportbegeisterte geben, die der festen Überzeugung sind, dass mehr Skilifte und teurere Karten den Abwärtstrend des Skisportmarktes regelrecht beflügeln. Alternative gibt es schließlich keine, wenn man von der Option des Skitourengehens absieht.

Österreich ist also nicht nur sportlich, sondern auch preistechnisch beim Skifahren und Snowboarden ganz vorne dabei. Das gilt allerdings auch abseits der Skipiste. Wer also denkt, er könnte nach einer um 20€ teureren Skikarte nun wenigstens beim Essen oder beim Après-Ski sparen, der hat sich geschnitten. Da kann einem der Germknödel schon mal im Halse stecken bleiben, wenn man für eine Mahlzeit mit dem obligatorischen Skiwasser 30-40€ hinblättert. So mancher kommt bei diesen Preisen auf die Idee die urige Tiroler Skihütte durch ein Picknick aus dem eigenen Rucksack mit Panoramablick direkt im Schnee zu ersetzen. Will man dann auch noch zum Après-Ski, kann es gut sein, dass man am Ende des Tages inklusive Skipass um 100€ leichter ist. Nicht umsonst (im wahrsten Sinne des Wortes) war man den ganzen Tag auf Tirols weißem Gold unterwegs.

Aber, liebe Tiroler, seid beruhigt, eure Preise sind noch nicht an der Spitze des Eisberges angelangt. So lässt ein Blick in unser Nachbarland Vorarlberg den Blutdruck wenigstens etwas sinken. Die Gsiberger bezahlen nämlich für nur 550 Pistenkilometer 579€, wo wir Tiroler für 4000km (!) 737€ hinlegen. Von der Schweiz und von Frankreich wollen wir gar nicht erst anfangen. Liebe Tiroler Skiliftbetreiber, es ist also noch Luft nach oben und vielleicht durchbrechen wir nächste Saison schon die 800€-Marke. Eines ist jedenfalls sicher: Kana wü mehr Schifoan weil Schifoan is des teiaste wos ma sich nur vurstellen kann!

Foto: Last lift by Guy Lejeune via flickr unter CC 2.0

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