Wenn Stress einfach nicht satt macht…

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Wieder ein hektischer Tag. Eine Vorlesung jagt die andere und in der Pause greift man ohne groß nachzudenken zu einem Schokoriegel. Eigentlich wollte man ja nur ein, zwei Bissen nehmen, doch bevor man sich versieht, ist das ganze Ding verputzt. Zumindest fühlt man sich etwas besser – vorübergehend. So ergeht es sehr vielen StudentInnen.

Stress, die Hormone, welche dabei freigesetzt werden und die Wirkung des überzuckerten, fettreichen ‚Junkfoods‘ führt bei den meisten zu Völlerei.
Kurzfristig betrachtet ist Stress ein Appetitzügler. Ein Teil des Gehirns, der Hypothalamus, löst Corticotropin-freisetzende Hormone, die den Appetit unterdrücken, aus. Unser Gehirn sendet den Nebennierendrüsen, welche sich auf den Nieren befinden, die Nachricht das Hormon Epinephrin (Adrenalin) auszuschütten.

Adrenalin wiederum, löst den kämpfen-oder-fliehen-Mechanismus im Körper aus und hemmt das Verlangen nach Essen.
Bleibt Stress jedoch über längere Zeit konstant (oder wird als konstant wahrgenommen), dann sieht die Geschichte gleich anders aus. Die Nebennierendrüse setzt diesmal das Hormon Cortisol frei, dieses fördert den Appetit, aber auch die Motivation (auch die zu essen). Wenn eine stressige Phase vorüber ist, dann sinkt im Normalfall der Cortisolspiegel wieder. Bleibt aber derselbe Stresspegel erhalten, so sinkt der Hormonspiegel auch nicht.
Stress kann unsere Vorlieben für Essen beeinflussen. Zahlreiche Studien belegen, dass wenn man unter physischem oder psychischem Stress steht, viel eher fettreiche und/oder süße Nahrung bevorzugen. Ein hoher Cortisolspiegel in Kombination mit einem hohen Insulinspiegel (Anm. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel) könnte dafür verantwortlich sein. Andere Forschungen verweisen auf die eventuell wichtige Rolle des ‚Ghrelin‘, dem sogenannten Hungerhormon.
Sich zu überessen ist nicht das einzige was die Zahl auf unserer Waage in die Höhe schießen lässt. Gestresste Personen schlafen weniger, konsumieren häufiger und in größeren Mengen alkoholhaltige Getränke, tendieren eher zum Rauchen und betreiben seltener Sport. All diese Faktoren zusammen sorgen dafür, dass man zunimmt.
Was kann man denn nun tun, damit der Stresspegel für eine möglichst kurze Zeit auf einem hohen Niveau bleibt?
Es gibt Unmengen an Möglichkeiten Stress abzubauen (ein Teil der Tourismusindustrie – Stichwort ‚Wellness‘ – lebt davon). Drei davon sind:

  • Meditation: Zahlreiche Studien belegen, dass Meditation Stress reduziert. Diese Studien berufen sich jedoch hauptsächlich auf Menschen mit Herz- Kreislaufproblemen. Doch wenn man regelmäßig meditiert, kann auch das helfen sich seiner Auswahl an Nahrungsmittel bewusster zu werden.
  • Sport: Zu intensiv betrieben erhöht es, wie Stress, den Cortisolspiegel. Betreibt man aber eine schonende Sportart, wie z.B.: Pilates oder Tai Chi, dann sinkt der Cortisolspiegel und somit der Stresspegel und deren negative Auswirkungen.
  • Freunde: Unterstützung von Freunden, so hat es sich erwiesen, hat eine schützende Wirkung vor den negativen Auswirkungen von Stress. Forscher haben beispielsweise herausgefunden, dass die mentale Gesundheit von Ärzten auf der Notaufnahme besser war, wenn sie auch von Freunden (im Privatleben) Unterstützung und Hilfe bekamen bzw. annahmen.

(Quelle: Harvard Medical School, Health Beat, Online-Ausgabevom3.1.2012)

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