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Klubbewertung: Prometheus

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Wenn man gemütlich vom Goldenen Dachl die Hofgasse in Richtung Burggraben schlendert erblickt man auf der rechten Seite eine kleine, unscheinbare, schwarz-weiße Leuchtanzeige mit der Aufschrift „Prometheus“. Ein Artikel von Florian Huber.

Die ersten Überraschungen

Sobald der Eintrittsbereich passiert wird führt der Weg rechts weiter & der Besuch dieser Bar startet schon mit dem ersten Kuriosum: um den Keller zu erreichen müssen zuerst ein paar Treppen aufwärts überwunden werden. Nach diesem schon fast unmenschlichen Aufstieg in beinahe schwindelerregende Höhen, muss der Besucher sich nun entscheiden: rechts durch eine Türe in das Prometheus-Café oder, & endlich macht es Sinn, die Treppe runter in das „Tanzlokal“.

Auf halbem Weg befindet sich dann schon der zweit wichtigste Raum des ganzen Lokals: die Toilette. Hier musste ich feststellen, dass der sanitäre Luxus nicht vorhanden ist & das Austreten nur mit einem beherzten Blick an die Decke möglich ist. Jedoch, um etwaigen Anzeichen von Brechreizen entgegen zu wirken belasse ich es bei diesem einen Satz. Die Entfernung zur Tanzfläche ist zwar nicht weit, jedoch muss man einige Treppen steigen um sich zu erleichtern, was besonders zu späteren Zeiten kriminell & es für manche Gäste dann schier unmöglich macht, da es ihr „Gemütszustand“ nicht mehr zulässt.

Lässt man dieses unschöne Stille-Örtchen hinter sich erreicht man zuerst die Garderobe in welcher sich jedoch nur selten Jacken befinden, da diese kurzerhand mit zum Platz genommen werden.

 

„Where the magic happens“

In den heiligen Hallen angekommen müssen sich die Augen zuerst an das diffuse Licht gewöhnen. Ist dies geschehen, fällt wie immer der erste Blick auf die Karte. Für Liebhaber von etwas stärkerem Bier empfiehlt sich das „Aventinus“, der bayrischen Privatbrauerei „Schneider Weisse“. Der Anteil an sinnesveränderten Inhaltsstoff beträgt 8,2% & der Preis schlägt mit 4,00€ zu Buche. Wem dies immer noch zu wenig ist, kann aus einer Vielzahl von „Treibstoffen“ auswählen, wie z.B. dem „Onkel Kurt“ (Absinthe, Wodka, Redbull, Zitronensaft & Grenadine) für 5,80€ oder den ohnehin sehr bekannten Apfelstrudl. Für den kleinen Hunger werden zweierlei Toasts & ein griechischer Salat angeboten. Die Wartezeit zwischen Bestellung & Erhalt seiner bestellten Ware ist hier sehr gering, was an der jahrelangen Erfahrung des Barkeepers liegt. Summa sumarum sind die Preise fair & das Angebot gut – insbesondere bei den Treibstoffen. Zudem ist noch zu erwähnen, dass es jeden Tag ein Special – Longdrink/Shot Angebot gibt.

 

Ene, mene, muh & raus bist…

Mit dem Getränk in der Hand gibt es nun zwei Möglichkeiten um sich niederzulassen: zum Einen bietet sich die äußerst gemütliche Couch-Ecke, bestehend aus zwei kleineren & einer großen Couch, aus denen man zu später Stund‘ nicht mehr aufstehen will, an. Zum anderen kann man auch gleich die Tanzfläche aufsuchen. Möchte man gleich tanzen, sollte die Bar erst gegen Mitternacht & 1:00 Uhr aufgesucht werden, da sich vorher die Tanzfreudigkeit sehr in Grenzen hält. Ab diesem Zeitpunkt hat man, dann leider nur noch eine Stunde Zeit da die Öffnungszeiten lediglich von 22:00 – 2:00 Uhr sind. Vielfältigkeit wird hier jedoch großgeschrieben, da einen von Dienstag – Samstag immer ein anderes Musikprogramm erwartet (Di: 80s & Pop, Mi: Electro, Do: Punk & Ska, Fr: Metal & Grunge, 1. Sa im Monat: Goth, Ebm & Dark Wave, alle anderen Sa: All you can dance). Für spezielle Musikwünsche steht der DJ auch immer gerne zur Verfügung, jedoch sollte man sich z.B. keine „Böhsen Onkelz“ am Donnerstag wünschen, da man hier bestimmt einen etwas skeptischen Blick seitens des Drehscheiben-Akrobaten ernten würde.

Die richtige Musik gewünscht & mittlerweile das zweite Getränk in der Hand wackelt man nun in Richtung Tanzfläche, in der freudigen Erwartung tanzwillige Gleichgesinnte zu treffen. Hierzu kann erwähnt werden, dass sich das Klientel von Abend zu Abend, bis auf Ausnahme einiger Stammgäste, ändert aufgrund des vielfältigen Musikprogrammes. Das Verhältnis Männer zu Damen ist zum Leidwesen der männlichen Schicht groß, was es somit für die Besucher des weiblichen Geschlechtes mehr attraktiv macht. Da der „Abschleppfaktor“ etwas gering geraten ist bleibt mehr Zeit für das Tanzbein um dieses gepflegt zu schwingen. Auch Unterhaltungen können gut geführt werden, da die Lautstärke selten einen unerträglichen Pegel erreicht.

Für Personen mit einer ohnehin schon schwachen Lunge, frisch-gebackene Nichtraucher & Linsenträger eignet sich das Prometheus jedoch gar nicht, da hier im gesamten Bereich das Rauchen erlaubt ist & dies die Gäste auch fleißig ausnutzen. Abschließend kann man sagen, dass das Prometheus eine gute Gelegenheit ist für alternative Menschen zu alternativer Musik & alternativen Getränken einen alternativ guten Abend zu erleben.

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