Sunday erobert Austria

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Isak Sunday Omorodion ist 21 Jahre alt, gelernter Bürokaufmann und seit dem 21. Dezember offiziell Austria’s Next Topmodel 2017. Neben dem Titel erhielt er einen Vertrag bei der Agentur Wiener Models und neues Selbstvertrauen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ruht er sich nicht auf seinem Erfolg aus.

Gerade haben die drei Kandidaten Isak, Simone und Peter den Final Walk hinter sich gebracht. Nun stehen sie vor der großen Entscheidung: Wer wird Austria’s Next Topmodel 2017? Alle Blicke heften sich gespannt auf den Fernseher, wo sich die leeren Cover der Men’s und Women’s Health abwechseln. Jene Person, die auf dem Bildschirm erscheint, geht als Sieger aus der Staffel hervor.

„Als ich mein Gesicht auf dem Cover gesehen habe, war ich überwältigt“, erinnert sich Isak. Während der gesamten Dreharbeiten habe er an seinen Sieg geglaubt. Erst am letzten Tag wurde er unsicher. Er hatte das Gefühl, sein Potential beim Final Walk nicht ausgeschöpft zu haben. Die Zweifel wurden verstärkt, als ihn Host Eveline Hall bei der vorletzten Entscheidung fast nicht in die nächste Runde aufsteigen ließ.

Foto: ©Joerg Klickermann

Dass sich Isaks Leben in diese Richtung entwickelt, war lange Zeit nicht absehbar. Bevor er sich bei Austria’s Next Topmodel bewarb, machte er eine Lehre zum Bürokaufmann, arbeitete als Bauarbeiter und danach als Logistiker bei BMW. Vor allem die Zeit auf der Baustelle prägte ihn. Teilweise musst er von sechs Uhr in der Früh bis um zwölf Uhr in der Nacht Estrich schaufeln. Sein Leben bestand nur noch aus Arbeit und Schlaf, doch er brauchte das Geld und konnte sich nicht einmal gegen die minderwertige Bezahlung wehren. „Damals habe ich die Schattenseite des Lebens kennengelernt und erfahren, dass man für Erfolg hart arbeiten muss“, erzählt Isak. Vielleicht war genau das die Erfahrung, die er machen musste, um Austria’s Next Topmodel zu werden.

Als Kind hatte er viele Zukunftspläne. Er wollte Wissenschaftler werden, um die Dinosaurier wieder zum Leben zu erwecken. Oder als Batman die Welt vor dem Untergang bewahren. Neben diesen Visionen scheint das Ziel, Model zu werden, sehr realistisch. Doch nicht für Isak, der den Appetit einer Naschkatze besitzt. Vor allem im Sommer habe er unter seinem kleinen Bäuchlein gelitten. „Ich wollte unbedingt ins Freibad, doch der Anblick meines Körpers hielt mich zurück“, erinnert sich der 21-Jährige. Den Entschluss seinen Lebensstil zu ändern, fasste er im Alter von sechzehn Jahren. Sein schlanker Bruder wusste, dass Isaks Körper sein wunder Punkt war und nützte das in Streitigkeiten aus. Diese Frechheit wollte sich Isak nicht mehr bieten lassen und begann deshalb zu joggen. Später entdeckte er das Krafttraining für sich.

Da der junge Steyrer noch immer gerne isst, ermöglicht ihm der Sport seine Arbeit als Model. Dieses körperzentrierte Denken stört ihn jedoch. Isak ist es wichtig, dass er auch wegen seiner individuellen Ausstrahlung und seinem Gesicht gebucht wird. Einen trainierten Körper könne schließlich jeder haben. Das sei nur eine Frage der Motivation.

Foto: ©Bernhard Eder

Obwohl Modeln eine Form des Schauspiels ist, sah Isak seine Identität in dieser Branche niemals gefährdet. Für ein gutes Foto schlüpft er bei Shootings in die erforderten Rollen und streift diese sofort wieder ab, nachdem der Kamera-Abzug betätigt wurde. Das dauert ein paar Sekunden. Und das Endprodukt ist ebenfalls nur eine Variante seiner Person.

Da nun offiziell ist, dass Isak von Wiener Models unter Vertrag genommen wurde, kann er sich in den kommenden Monaten richtig in die Arbeit als Model stürzen. Das zweite große Projekt ist die Eroberung der Social Media-Welt. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von seinen Freunden, den Rappern von 161. Der große Traum ist, dass sie zusammen erfolgreich sind. Allein an der Spitze ist schließlich langweilig.

Foto: ©Joerg Klickermann

 

Titelbild: ©Christina Vettorazzi

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