5 Filmklassiker für kalte Wintertage

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Wenn es draußen kälter wird und der Abend hereinbricht, dann gibt es nur eines zu tun: sich ins Bett oder Sofa kuscheln und Film ab! Zuvor muss aber die lästige Frage geklärt werden, welcher abendfüllende Film geschaut werden soll: Blockbuster oder Independent-Film? Komödie, Drama oder Horror? Wie wäre es mit zeitlosen Filmklassikern, welche im Leben mindestens einmal gesehen werden sollten?

 

Der Zauberer von Oz (1939)

Beginnen wir mit einem der wohl schönsten Filme, die jemals produziert wurden. Wer die Geschichte des Zauberers von Oz nicht kennt, hier eine kurze Handlungsbeschreibung: das Mädchen Dorothy (Judy Garland) wird mitsamt ihres Hauses durch einen Sturm in das magische Land Oz transportiert. Um von dort wieder nach Hause zu kommen, muss sie den Zauberer von Oz finden. Unterstützt wird sie dabei von einer Vogelscheuche, einem Zinnmann sowie einem Löwen. Zunächst müssen sie aber die böse Hexe des Westens finden und sich ihr stellen…

Der Film beginnt als Schwarzweißfilm und wird zum Farbfilm, als Dorothy in Oz landet. „Der Zauberer von Oz“ ist einer von nur vier Spielfilmen, die Teil des Weltkulturerbes der UNESCO sind. Und das völlig zu Recht. Der Film ist einfach bezaubernd, sehr detailverliebt und das Land Oz lässt das Herz höher schlagen, vor allem wenn man berücksichtigt, dass dieser Film 1939 gedreht wurde. Die schauspielerische Leistung ist grandios, insbesondere die Darstellung der Vogelscheuche, des Zinnmannes sowie des Löwen wissen zu überzeugen und sie wunderbar anzusehen. Wer bis jetzt noch nicht überzeugt ist diesen Film anzusehen, vielleicht klappt es damit: in diesem Film wird zum ersten Mal das Lied „(Somewhere) Over the Rainbow“ gesungen. Dorothy singt dieses Lied, nachdem ihre Tante Em ihr gesagt hatte, dass sie sich einen Ort suchen sollte, wo sie nichts anstellen könne. Dieses Lied ist die wohl schönste Antwort auf so eine Frage.

 

Vom Winde verweht (1939)

Wenn Filme Geschichte schreiben, dann zählt „Vom Winde verweht“ definitiv dazu. Der Film spielt während des Sezessionskrieges in den USA im Jahr 1861 in den Südstaaten, beginnt aber vor Kriegsausbruch. Scarlett O’Hara (Vivien Leigh) ist die Tochter eines Baumwollplantagenbesitzers in Tara, Georgia, und wird von der Männerwelt begehrt. Auf einem Fest lernt sie Rhett Buttler (Clark Gable) kennen, der keinen guten Ruf genießt und der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Während dem Fest wird bekannt, dass die Nordstaaten den Südstaaten den Krieg erklärt haben, was zu euphorischer Stimmung unter den Südstaatlern auf dem Fest führt, welche daraufhin in den Bürgerkrieg ziehen. Scarlett zieht im Verlauf des Kriegstreibens nach Atlanta, flieht von dort aber wieder zurück auf ihre Heimatplantage, mit Hilfe von Rhett Buttler, als die Nordstaatenarmee die Stadt erreicht. Dort angekommen ist nichts mehr wie zuvor und das Kriegstreiben greift um sich…

„Vom Winde verweht“ war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten der bis dahin größte und aufwändigste Film der Filmgeschichte. Bei den Oscarverleihungen 1940 war der Film für 13 Kategorien nominiert, von denen er acht gewann sowie zwei Ehren-Oscars erhielt. Den Oscar als beste Nebendarstellerin erhielt Hattie McDaniel, womit zum ersten Mal eine Afroamerikanerin einen Oscar gewann. Trotz Oscar durfte McDaniel bei der Weltpremiere des Films in Atlanta nicht teilnehmen, da schwarze Darsteller aufgrund der Rassentrennung in Georgia davon ausgeschlossen waren.

Der Film selbst glänzt durch seine Kulissen, die schauspielerische Leistung, die originalgetreuen Kostüme und die Darstellung der Kriegsereignisse. Er ist ein Mix aus Liebes- und Kriegsdrama und macht den amerikanischen Bürgerkrieg greifbar. Wer diesen großartigen Film noch nicht gesehen hat, hat definitiv was verpasst.

 

Die Abenteuer des Robin Hood (1938)

Wohl etwas überraschend ist die Nennung dieses Filmes. Was macht ihn so sehenswert? Ganz einfach: es handelt sich hier wohl um die beste Verfilmung der Geschichte des Helden vom Sherwood Forest. Auch wenn die Handlung schnell erzählt ist (Adliger verliert seine Besitztümer, flüchtet in den Wald, von wo aus er mit seinen Gefolgsleuten die Reichen bestielt, um das Lösegeld für den König Richard Löwenherz aufzutreiben, und den Armen und Schwachen Schutz bietet), ist die Geschichte bzw. Legende von Robin Hood (hier gespielt von Errol Flynn) wunderschön. Vor allem diese Umsetzung. Wenn man bedenkt, dass der Film vor knapp 80 Jahren seine Premiere feierte, fragt man sich schon was aus dem Genre des Abenteuerfilms passiert ist. Wer die (großartigen, darüber lässt sich nicht streiten!) Indiana Jones-Filme mit dieser Robin Hood-Verfilmung vergleicht, der könnte Steven Spielberg dilettantisches Handwerk vorwerfen. Denn „Die Abenteuer des Robin Hood“ glänzt durch sein Szenenbild. Nicht umsonst erhielt der Film in dieser Kategorie den Oscar. Daneben sind die Musik und die farbenprächtigen Kostüme eine wahre Ohren- und Augenweide und versetzen einen tatsächlich ins England von 1191. Wer kein Fan des Abenteuer-Genres ist, wird nach diesem Film seine Meinung dazu ändern. Versprochen.

 

Cleopatra (1963)

Machen wir einen zeitlichen Sprung von 25 Jahren. „Cleopatra“ ist ein wahrer Monumentalfilm. Er handelt, wie überraschend, von der ägyptischen Pharaonin Cleopatra (Elizabeth Taylor), die mit der schönen Nase. Der Film beginnt 48 v. Chr. mit der Schlacht von Pharsalos in Griechenland zwischen den Truppen von Gaius Julius Caesar und den Kräften des Römischen Senats unter der Führung von Gnaeus Pompeius Magnus, in deren Folge sich Caesar zum Diktator des Römischen Reiches erklärt. Im weiteren Filmverlauf wird die Geschichte Cleopatras erzählt, von ihrer Liebe zu Caesar (Rex Harrison) und später zu Markus Antonius (Richard Burton) sowie über Intrigen und Politik. Es ist ein ständiges hin und her zwischen der rücksichtslosen Herrscherin Cleopatra und der gefühlsbetonten und liebenden Cleopatra.

Der Film gehört wohl zum Besten, was Hollywood jemals hervorgebracht hat. Mit einer Spiellänge von 240 Minuten ist er zwar etwas langatmig, aber das Szenenbild holt einen immer wieder aus der Phase der Unkonzentriertheit zurück. Und dieses Filmset hätte die Produktionsfirma 20th Century Fox beinahe in den finanziellen Ruin getrieben. Denn aus den anfangs eingeplanten zwei Millionen US-Dollar wurden am Ende 44 Millionen US-Dollar, womit „Cleopatra“, inflationsbereinigt, bis zum Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ (2009) der teuerste Film aller Zeiten war. Mitverursacher für diese horrenden Kosten war die Filmszene des triumphalen Einzugs Cleopatras ins Forum Romanum in Rom. Das Forum Romanum wurde dafür in London nachgebaut, und das doppelt so groß als das Original. Nur blöd, dass aufgrund des häufigen Regenfalls in der britischen Hauptstadt das Filmset teilweise zerstört wurde. Deshalb wurde das gesamte Set nach Italien verschifft und dort wieder neu aufgebaut. Und das kostet. Es hat sich aber gelohnt, da alleine wegen dieser großartigen Filmszene der Film sehenswert ist. Außerdem erhielt man den Oscar für das beste Szenenbild und der Szenenbilder John DeCuir wurde nach diesem Film auch als der „Da Vinci Hollywoods“ bezeichnet.

Jedenfalls ist „Cleopatra“ der imposanteste Historienfilme aller Zeiten. Die Schlachten, insbesondere jene zu Wasser, sind großartig inszeniert und umgesetzt. Die Geschichte ist mitreisend erzählt und entführt die Seher ins Antike Rom und Ägypten. Ein wahres Meisterwerk.

 

In 80 Tagen um die Welt (1989)

Die Geschichte rund um Phileas Fogg (Pierce Brosnan) und seinen Diener Passepartout (Eric Idle) lässt noch heute das Filmherz höher schlagen. Kurz zur Handlung: Phileas Fogg geht die Wette ein, dass er es schafft, in 80 Tagen rund um die Welt zu reisen. Begleitet wird er dabei von seinem Diener Passepartout. In derselben Zeit wird die Nationalbank in London Opfer eines Raubs und der Agent Wilbur Fix (Sir Peter Ustinov) meint, dass Fogg dahinter steckt. Somit wird aus der Reise eine Verfolgungsjagd rund um die Welt, in der die Figuren einige Abenteuer erleben.

Die 1989er Verfilmung ist die spannende und witzige Umsetzung des Romanklassikers von Jules Verne und auch die beste aller „In 80 Tagen um die Welt“-Verfilmungen. Für den nötigen Witz sorgt nicht zuletzt Eric Idle, bekannt als Mitbegründer der Komikergruppe Monthy Python. Auch Pierce Brosnan weiß in seiner Rolle als vornehmer, kühler und prinzipientreuer Brite zu überzeugen. Mit ein Grund, weshalb diese Verfilmung so dermaßen gut ist, sind die Drehorte, die dem Film auch die nötige Glaubwürdigkeit verleihen. Diese Produktion ist auch die aufwändigste aller Romanverfilmungen des französischen Schriftstellers. Davon zeugt auch die stolze Spiellänge von 266 Minuten. Die Spielzeit vergeht aber wie im Flug und nach fast viereinhalb Stunden sitzt man da und will noch mehr. Ein kurzweiliger, spannender Film, der uns auf eine Weltreise voller Abenteuer führt.

 

Foto: Magdalena Masè

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