Studying in the mountains – but SAFETY FIRST

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Wintersport abseits der Piste gewann in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit. Das Problem ist jedoch, dass viele ohne jegliche Erfahrung und ohne sich vorher ausreichend zu informieren in das Erlebnis starten. Wodurch es auch immer wieder zu diversen Unfällen kommt. In den beiden Workshops „LVS-Gerät“ und „Alpine Notfallvorsorge“ auf der Alpinmesse Innsbruck bekam ich ein paar sehr hilfreiche Tipps und Tricks, um gefährliche Situation zu vermeiden beziehungsweise diese bestmöglich zu meistern.

 Kleine Lebensretter

Für all jene, die im Winter auch gern abseits der Pisten unterwegs sind, ist es unerlässlich – das LVS-Gerät. Aber wer weiß eigentlich wirklich wie man es im Ernstfall verwendet und was ist sonst noch wichtig, wenn man im freien Gelände unterwegs ist?

Hilfreich ist es, sich eine Checkliste vorzubereiten und die wichtigsten Dinge zu notieren: Handy, Erste Hilfe Packet, warme Handschuhe und Kopfbedeckung, LVS-Gerät, Sonde, Schaufel, Kabelbinder und ein Messer, Ersatzteller für die Stöcke und natürlich ganz wichtig: Schokolade

Ihr fragt euch jetzt sicher für was Kabelbinder: Ich muss gestehen auch ich machte zuerst ein etwas verwirrtes Gesicht, bis der Bergführer uns erklärte, dass diese beim Skitouren gehen äußerst praktisch sind, wenn das Fell nicht mehr hält. Ersatzteller findet ihr überflüssig? Dann viel Spaß, wenn ihr eines verliert und aber noch einen flachen Forstweg vor euch habt. Und Schokolade? – Weil es einfach nichts besseres gibt!

Doch ein voll bepackter Rucksack ist nicht sehr hilfreich, wenn man nicht weiß, ob überhaupt alles noch in Takt ist und wie man mit dem Material umgeht. Also unbedingt jedes Jahr einmal durchchecken, ob nicht doch alles schon zur Hälfte auseinanderfällt. Und das wichtigste: Das LVS-Gerät kann seine lebensrettende Aufgabe nur erfüllen, wenn man es auch richtig bedient. Das heißt am besten einfach vorher mit den Kollegen zu Hause ausprobieren und beim ein oder anderen Bier noch ein paar Erfahrungen austauschen. Oder natürlich nächstes Jahr bei der Alpinmesse vorbeischauen und mit LVS – Geräte, Sonde und Schaufel ausgestattet am Hackschnitzelberg vor dem Messegelände sein Können unter Beweis stellen.

 

Im Fall vom Unfall

Unfälle am Berg sind keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, ein bisschen etwas über die alpine Notfallversorgung zu wissen. Somit kann man im Fall der Fälle auch selbst zum kleinen Lebensretter werden.
Ich bin mir jedoch sicher, dass über die normalen Erste Hilfe Techniken jeder von euch ungefähr Bescheid weiß, oder zumindest sollte diese jeder beherrschen. Aber ein paar Tipps und Tricks können ja nicht Schaden:

Auf fast jedem Handy sind sicherlich gefühlte Millionen Apps. Wovon, wenn wir uns ehrlich sind, wahrscheinlich nur zwei wirklich sinnvoll sind. Ab jetzt sind es drei! Eine absolute Muss-App, wenn man viel in den Bergen unterwegs ist, ist die „Notfall App Bergrettung Tirol“. Diese sendet mit ein paar Klicks die genauen GPS Daten vom Handy und beschleunigt somit die Rettungskette enorm. Auf meinem Handy hat sie auf jeden Fall schon ihren Platz gefunden. Ich wünsche jedoch jedem von euch, dass ihr diese niemals benötigen werdet!

Trotzdem kann es natürlich seine Zeit dauern, bis die Bergrettung den Unfallort erreicht. Darum besonders im Winter auf keinen Fall dem kalten Wind und Wetter ausgesetzt auf einen Grad sitzen bleiben. Am besten ein kleines Biwak im Schnee graben, um dort Unterschlupf zu suchen und nicht zu erfrieren. „Aber dann sieht uns ja niemand und wir werden nicht gefunden!“ Keine Sorge man kann den Platz ja trotzdem mit Ski etc. markieren und außerdem hört man ja den Hubschrauber sofort und kann dann aus dem sicheren Loch herausflitzen.

Alleskönner Rettungsdecke

Um sich die Kälte vom Leib zu halten, besonders nach einem Unfall, ist eine Rettungsdecke äußerst hilfreich. Doch man muss sie, wie so vieles, richtig verwenden: Noch gefaltet gibt man diese am Rücken zwischen der untersten und mittleren Kleidungsschicht hindurch. Dann zieht man sie über den Kopf, verteilt sie auch unter der Kleidung rund um den Körper und gibt sie von hinten zwischen den Beinen nach vorne durch. Darum nennt man diese Methode auch Windeltechnik.

Aber die Rettungsdecke kann noch viel mehr: Ihr seid im Winter am Berg unterwegs und habt die Sonnenbrille vergessen? Kein Problem für unseren Alleskönner! Da dieser durchsichtig ist, kann man sich einfach ein Stück abschneiden, um den Kopf binden und voilà – so eine stylische Sonnenbrille hat mit Sicherheit niemand. Auch als Haube taugt sie nicht schlecht: Knoten rein, wiederum unter der Kleidung durch, über den Kopf stülpen und schon kann man als Einhorn über die Piste flitzen. Oder mit zwei Knoten der Jahreszeit entsprechend wie ein Osterhase.

Der Alleskönner Rettungsdecke darf also auf keinen Fall fehlen!

Mit all den Tipps und Tricks im Gepäck geht es jetzt aber endlich ab in die Berge und rein in das Abenteuer – nur nicht vergessen: SAFETY FIRST!

 

Fotos: Kati Schefbänker

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