(IMHO #32) Oh Glühweinstand, oh Glühweinstand …

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Was gibt es schöneres, als den Geschmack des ersten Glühweins der Saison zu spüren? Diese Wärme, die das Getränk in einem auslöst, wenn man an einem verregneten, kalten Novembertag mal wieder friert. Moment mal – Glühwein gehört doch in die Weihnachtszeit! Falsch. Denn der Weihnachtswahnsinn fängt jedes Jahr im Oktober an. Dabei rede ich nicht nur von Glühwein, sondern auch von Lebkuchen, den romantischen Herz-Lichterketten in der Museumsstraße oder einem Kiachl auf dem Weihnachtsmarkt. Warum ich diesen verfrühten Saisonstart super finde? Dafür gibt es viele Gründe.

 

  1. Glühwein…

    ist auf jeden Fall der wichtigste Grund. Wie könnten wir Studierende uns besser von einer 8-stündigen Blockvorlesung erholen, als an der frischen Luft? Gesellschaftlich ist der ein oder andere Glühwein in Magic oder Fischerhäusl sehr förderlich, da man sich nach spätestens drei Tassen ganz entspannt über wichtige weltpolitische Themen unterhalten wird. Außerdem ist es kalt draußen und Glühwein – vor allem mit Schuss – sorgt für die nötige innere Wärme. Deswegen sollten wir damit definitiv schon vor der „richtigen“ Adventszeit anfangen, denn bereits Anfang November ist es verregnet und kalt.

  2. Kiachl auf dem Weihnachtsmarkt

    Klar kann man die auch daheim machen. Aber es ist einfach nicht dasselbe. Wir haben nun fast ein ganzes Jahr darauf gewartet, dass wir uns endlich wieder Kiachl auf dem Weihnachtsmarkt gönnen können. Da läuft doch jedem das Wasser im Mund zusammen. Und vor allem: Warum sollen wir mit diesem Genuss auf ein bestimmtes Datum im Kalender warten?

  3. Weihnachten, das Fest der Liebe

    Auch in der Weihnachtszeit gibt es Menschen, mit denen wir nicht weihnachtlich liebend umgehen werden. Dennoch solltet ihr die positiven Emotionen der Vorweihnachtszeit in euch aufsaugen. Je früher, desto besser. Euer Karma und eure positive Energie werden umso mehr gepusht, je kitschiger, wahnsinniger und intensiver ihr eure gesamte Weihnachtszeit erlebt. 

  4. Weihnachtsmusik

    …ist jetzt legitimiert! „Last christmas“, „All I want for christmas is you“ und andere Klassiker könntet ihr bei diversen Weihnachtsfeiern wahrscheinlich auch so mitgrölen. Aber damit ihr beim Karaoke so richtig überzeugen könnt, müsst ihr schon jetzt mal was anderes auflegen, wie zum Beispiel „Christmas in the sand“. Außerdem ist die ganze Stadt geschmückt, der Punsch mundet und der Schnee auf den Bergketten verschönert das Panorama der Stadt – auch eure Ohren mögen so lang wie möglich mit Weihnachtsklängen gepflegt werden.

  5. Weihnachtsfeiern

    Die sind natürlich erst im Dezember. Aber ihr müsst euch ausgiebig darauf einstimmen – dabei meine ich nicht nur, dass ihr das Glühweintrinken trainiert, sondern auch eure weihnachtlichen Emotionen aufweckt. Vielleicht plant ihr eine Party. Die nötigen Weihnachts-Vibes für die Vorbereitung entstehen, wenn ihr jetzt anfangt, euch intensiv emotional auf die bevorstehende Adventszeit einzustimmen. Dazu gehört, dass ihr eure WG mit Lichterketten, Santa Claus und Plätzchen auszustatten. Damit könnt ihr gar nicht früh genug anfangen!

  6. Weihnachtlicher Wirtschafts-Boom

    So viele Lebkuchen und Schoko-Nikoläuse im Angebot – und das schon seit einigen Wochen. Ist das nicht traumhaft? Nicht nur wir profitieren von dem Geschmackserlebnis, sondern auch die Wirtschaft. Bei den vielen Lebkuchen, die ich bereits jetzt im November verputzt habe, habe ich der Wirtschaft einen großen Gefallen getan! Deswegen sollten wir neben egoistischen Gründen auch an die Gesellschaft denken. Deswegen: Je länger die Weihnachtszeit, desto wohltuender für das Bruttoinlandsprodukt.

Die „normale“ Adventszeit, die nicht mal vier Wochen dauert, ist einfach zu kurz. Schon jetzt sollten wir ausreichend Glühwein und Kiachl zu uns zu nehmen. Denn wir zehren lange von diesen Genüssen und der Liebe, die die gesamte Vorweihnachtszeit ausstrahlt. Deswegen: „Jingle Bells“ an – so bereitet ihr nicht nur Körper und Seele auf den 24.12. vor, sondern baut gleichzeitig Reserven auf, um bis zum 1.10.2018 ohne den wunderschönen Weihnachtswahnsinn durchzuhalten.

 

Bilder: Christmas von xsonicchaos via Pixabay unter CC0 1.0; Christmas 2011 von Jana Reifegerste via Flickr unter CC 2.0 Generic; Küchle von anaterate via Pixabay unter CC0 1.0; Weihnachten von Andi_Graf via Pixabay unter CC0 1.0; Weihnachtskugel Advent von ancca via Pixabay unter CC0 1.0; Blaues Rentier von onnola via Flickr unter CC 2.0; cup von silviarita via Pixabay unter CC0 1.0

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